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Remscheid
Flüchtlinge - Unterbringung nur mit Augenmaß

Remscheid: Flüchtlinge - Unterbringung nur mit Augenmaß
Gewag-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Remscheid braucht dringend mehr Raum für Flüchtlinge - da drängt sich die Frage auf, ob die Gewag nicht noch mehr Wohnungen zur Verfügung stellen kann. Immerhin stehen fast zehn Prozent der Wohnungen leer.

"Wir führen laufend Gespräche mit der Stadt und dem Verein BAF. Und wir prüfen, wo wir Wohnungen zur Verfügung stellen können", sagt Gewag-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt. Doch ohne Betreuung und Begleitung der Asylsuchenden sei eine Unterbringung kaum möglich. Die Verteilung müsse mit Augenmaß geschehen.

Wie berichtet, reichen die Plätze in den Übergangsheimen bei weitem nicht aus. Eine Belegung von Turnhallen wird nicht mehr ausgeschlossen. Schon seit längerer Zeit werden integrierte, wohnfähige Flüchtlinge in Mietwohnungen vermittelt. Es sind überwiegend Menschen, die selbstständig und sprachlich zurecht kommen.

Über 60 Wohnungen an verschiedenen Standorten habe die Gewag zu diesem Zweck bereits an die Stadt vermietet. Rein rechnerisch ist noch Potenzial vorhanden. "Wir müssen jedoch abwägen, wie viel wir den ,Altmietern' zumuten können", betont Behrendt. Kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren, ein anderes Wohnverhalten - all dies dürfe die Nachbarschaft nicht überfordern, nicht zu Spannungen und oder gar zu einer Polarisierung führen. Daher erwarten die Mieter die Präsenz von Menschen, die die Flüchtlinge betreuen und an die sie sich bei Problemen wenden können Behrendt: "Hier ist Toleranz und Rücksichtnahme gefordert."

Der Verein BAF und die Stadt sollten prüfen, welche Asylsuchenden ein Bleiberecht erhalten können, eine Chance auf Arbeit haben und mietfähig sind. Wenig hält der Gewag-Vorstand von der Idee, Flüchtlinge in Häusern unterzubringen, die in Problemvierteln liegen, freigezogen und irgendwann abgerissen werden sollen. Am Honsberg würde man riskieren, dass sich der begonnene Prozess einer Aufwertung wieder umkehrt, ist Behrendt überzeugt.

(pd)
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