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Remscheid
Forschen, sezieren und Begriffe lernen

Remscheid: Forschen, sezieren und Begriffe lernen
Sabrina Kalbitz - hier im Chemieraum des RöGy - hat großes Interesse an medizinischen und naurwissenschaftlichen Themen. In diesem Schuljahr nahm sie an MINT-Camps teil. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Röntgenschülerin Sabrina Kalbitz interessierte sich früh für Medizin. Jetzt nahm sie in Wien an einer Sommerakademie teil. Von Anna Mazzalupi

Ein Herz und eine Niere zu sezieren, ist etwas ganz Spannendes, das nicht viele Schüler machen dürfen. Sabrina Kalbitz (17) vom Röntgen-Gymnasium hatte diese außergewöhnliche Möglichkeit. Denn als eine von drei vorgeschlagenen Bewerbern des RöGys durfte sie als Einzige Ende Juni an der 19. Internationalen Sommerakademie im Österreichischen Semmeringen teilnehmen. Begabte und hochbegabte Jugendliche aus Deutschland, Österreich und Ungarn forschen dabei gemeinsam intensiv an einem Thema.

"Ich bin überglücklich, dass ich die Möglichkeit dazu hatte, weil das nicht viele haben", merkt Kalbitz an. In dem Kurs "Abenteuerliche Reise durch den menschlichen Körper in molekularbiologischen und biomedizinischen Dimensionen" lernte die Q1-Schülerin, wie der Körper funktioniert und welche Auswirkungen Krankheiten auf den Organismus haben.

Die Entscheidung dafür war schnell klar. Bereits in der Kindheit wurde ihr Interesse für Medizin geweckt. Nach dem Abitur im nächsten Jahr will sie ein Medizinstudium beginnen. Nachhaltig beeindruckt hat sie nicht nur das Sezieren der tierischen Organe, sondern vor allem auch die Ausflüge in Wien. Im Narrenturm durfte die Gruppe die pathologisch-anatomische Sammlung mit tausenden Feucht- und Trockenpräparaten sowie Wachsmoulagen von selten Krankheiten anschauen. Im Josephinum besuchten sie dann unter anderem die Sonderausstellung zum Thema Herzkrankheiten. "Ich war erstaunt, dass es damals schon so gute Möglichkeiten gab, das so detailgetreu darzustellen", erzählt Kalbitz begeistert. Außerdem hat sie Prionenerkrankungen wie BSE erforscht, Blutgruppen bestimmt und Proteine kristallisiert. Die vielen lateinischen Fachausdrücke, die sie gelernt hat, gehen ihr wie ganz selbstverständlich von den Lippen. "Das war ein guter Einblick in das Studium", hält die angehende Abiturientin fest. Die übrigen Teilnehmer seien ebenfalls sehr motiviert gewesen, sodass schnell Freundschaften geschlossen wurden.

"Es ist wichtig, Netzwerke zu bilden und Gleichgesinnte zu finden", erklärt Thomas Benkert. Der stellvertretende Schulleiter des RöGy ist Mitkoordinator des MINT-EC-Bereichs der Schule. Ziel ist es, gerade Mädchen für die MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu interessieren. Zwar nehmen schon viele Schülerinnen das Angebot wahr. Aber: "Es ist noch Luft nach oben", betont Benkert.

Sabrina habe schon eine Sonderstellung, sagt er. Schließlich nimmt sie nicht nur am Medizin-Physik-Projektkurs im RöLab teil, sondern absolvierte in diesem Schuljahr zusätzlich zwei MINT-Camps (Chemie des Lebens und DNA-Analyse). Aktuell nimmt sie an der Sommer Uni der Uni Wuppertal teil, bei der sie unter anderem in den Beruf des Ingenieurs reinschnuppern kann.

Den verpassten Schulstoff muss die Schülerin in Eigenregie nachholen. "Die Interessen sollten frühzeitig herausgefunden werden. Deshalb unterstützen wir das auch", merkt Thomas Benkert an.

Quelle: RP
 
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