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Remscheid
Fotograf Maron sichtet Spuren des Verfalls

Remscheid. 70 Fotografien des Künstlers Knut Wolfgang Maron zeigt die "Central.Galerie" von Klaus Küster. Von Stefanie Bona

Mit seiner "Central.Galerie" hält Klaus Küster die Fahne der Bildenden Kunst in Remscheid hoch. Aktuell hat der frühere Leiter der Städtischen Galerie einen renommierten Fotokünstler zu Gast, dessen Ausstellung den Titel "Hard rain" trägt. Knut Wolfgang Maron ist Professor für experimentelle Fotografie an der Hochschule Wismar. Er selbst hat an der Folkwangschule Essen als Schüler von Otto Steinert studiert.

Seine Werke sind unter anderem in den Sammlungen im Kölner Museum Ludwig und des Landes NRW, in der Staatsgalerie Stuttgart und der Bibliothèque Nationale de France in Paris vertreten. Große Aufmerksamkeit erzielte er zuletzt durch das fotografische Langzeitprojekt "Ein Leben", in dem er die letzten Lebensjahre seiner Mutter und die Gegenstände, die sie stets umgaben, dokumentiert hat. Zudem betreibt er in Berlin und Essen Galerien, in denen er wiederum das künstlerische Schaffen Klaus Küsters zeigt.

Maron fühlt sich der subjektiven Fotografie verbunden und zeigt in der "Central.Galerie" mit rund 70 Fotografien einen kleinen Ausschnitt seiner Arbeiten, die binnen sechs Jahren in aller Herren Länder entstanden sind. "Alles, was ich fotografiere, ist eine Entscheidung", sagt er. So hat er auf seinen Reisen Details mit der Kamera festgehalten, die ihn persönlich angesprochen, berührt oder interessiert haben.

"Fotografie ist eine autonome Kunst und keine Reproduktion der Wirklichkeit", betont der Dozent. In Bruchteilen von Sekunden veränderten sich Ansichten, die Besonderheit des Augenblicks einzufangen, ist dem Künstler mit jedem Bild gelungen. Ausgefallen und interessant ist eine Serie von Aufnahmen, die im US-amerikanischen Dakota entstanden ist. Vergänglichkeit von Natur und Zivilisation bilden eine spannungsreiche Symbiose.

Achtlos abgestellte, zu Schrott mutierte Autos lagern zwischen Laub, trockenem Gras und abgestorbenen Ästen. Hier werde das immer noch geringe ökologische Bewusstsein der Amerikaner sichtbar, erklärte Knut Wolfgang Maron. "Man lässt die Autos einfach auf den oftmals sehr großen Grundstücken stehen", hat er erfahren. Dort verrotten allmählich gleich mehrere verschiedene Fahrzeuggenerationen. Marons Fotoarbeiten sind eine Kompositionen aus Farben, Motiven und Raum.

Ein Grab im Schnee, verwittertes Holz oder ein Detail aus einer Moschee - das Auge des Betrachters wird auf die Besonderheiten in der jeweiligen Szenerie gelenkt. Kontakt: "Central.Galerie", Burger Straße 11, 02191 35229

Quelle: RP
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