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Remscheid
Frauen prägen Orgelsommer

Remscheid. Organistinnen und Komponistinnen stehen im Mittelpunkt bei den Tannenhof-Konzerten. Von Stefanie Bona

Der Orgelsommer in der Evangelischen Stiftung Tannenhof liegt "in zarten Händen". Unter diesem Motto stellt der Kirchenmusikausschuss der Evangelischen Kirchengemeinde bei der Stiftung Tannenhof die Frauen am Instrument und genauso als Komponistinnen in den Mittelpunkt.

Ausschließlich Damen werden also an jedem Mittwoch im August die Beckerath-Orgel in der Stiftungskirche zum Klingen bringen, wobei beim dritten Konzert noch einmal ein besonderer Akzent gesetzt wird. Zudem hat Gemeindepfarrerin Antje Weßler die Organistinnen gebeten, bei der Programmauswahl besonders von Frauen geschriebene Musikstücke zu berücksichtigen.

Hervorgehoben wurden damit einige musikalische Schätze, die bei Konzerten eher selten erklingen. "Frauen hatten lange als Komponistinnen keine gesellschaftliche Akzeptanz", erklärt sich die Theologin die vergleichsweise geringere Ausbeute an Stücken, die von Frauen komponiert wurden. Mit Blick auf die Musikerinnen soll zugleich herausgestellt werden, welche tragende Rolle Frauen heute in der Kirchenmusik spielen.

Los geht's am 3. August mit Brigitte Rauscher. Die Kreiskantorin des Kirchenkreises an Rhein und Sieg wird unter anderem die niederländisch-französische Komponistin Camile van Lunen vorstellen. Mit Professorin Ellen Beinert aus Münster gestaltet am 10. August eine international anerkannte Interpretin der Orgel- und Klavierliteratur das zweite Konzert der Reihe. Sie wird unter anderem eine zeitgenössische Komponistin präsentieren.

Das dritte Konzert am 17. August ist der Musik und den Gesängen Hildegard von Bingens gewidmet. Dazu wird Ursula Wilhelm, Kantorin der Remscheider Stadtkirchengemeinde, ihre nach mittelalterlichem Vorbild gebaute Portativorgel sowie Harfe spielen. Singen wird Carmen Rattay, ebenso eine ausgezeichnete Kennerin Alter Musik. Den 28. Orgelsommer beschließen wird am 24. August Sigrid Wagner-Schluckebier aus Velbert mit einer konzertanten Zeitreise von Sweelick bis zum Zeitgenossen Matthias Nagel.

Pfarrerin Weßler wird zum 1. August die Gemeinde in Richtung Düsseldorf verlassen. Sie ist frohen Mutes, dass die von ihrem Vorgänger, Pfarrer i.R. Johannes Haun, eingeführte Konzertreihe fortgesetzt wird. "Es ist eines unserer kulturellen Highlights. Und wenn wir in 2017 das Luther-Jahr feiern, bin ich überzeugt, dass es dazu schöne Konzertideen geben wird", sagt sie. Bereits jetzt wurde Kontakt zu Kreiskantor Johannes Geßner aufgenommen, um auch von der Ebene des Kirchenkreises Impulse für die Veranstaltung zu erhalten. Wichtig sei für das Presbyterium zudem der inklusive Charakter des Orgelsommers.

Quelle: RP
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