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Wuppertal
178 Entlassungen bei FAG Schaeffler

Wuppertal. Die Produktion von Großlagern für Windräder wird nach Rumänien verlagert. Von Andreas Boller

Georg Schaeffler (51) und seine Mutter Maria-Elisabeth (74) regieren eines der größten deutschen Familienunternehmen. Schaeffler und die Continental AG beschäftigen rund 250 000 Menschen, darunter knapp 1000 bei der FAG Schaeffler an der Mettmanner Straße. Dort verloren jetzt 178 Mitarbeiter ihren Job. Bemerkenswert ist da, was Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler in einem Interview der Süddeutschen Zeitung über die Unternehmenskultur sagten. Auf die Frage, ob Schaeffler seit der Übernahme von Conti noch ein Familienunternehmen sei, antwortete Maria-Elisabeth Schaeffler: "Hundertprozentig. Vor allem von der Seele her und vom Mitarbeitergefühl. Auch wenn das altmodisch klingt: Schaeffler ist eine große Familie, wir geben den Mitarbeitern eine Heimat."

Ob die entlassenen Mitarbeiter ihre Einschätzung teilen? Es darf bezweifelt werden, denn nach Kenntnis dieser Zeitung wurden sie ohne Vorwarnung am Arbeitsplatz informiert und anschließend vor die Tür gesetzt. Die betriebsbedingten Kündigungen waren zwar im April in einer Betriebsversammlung angekündigt worden, aber es war bis zum Tag der Entlassung offenbar unklar, wen es erwischen würde.

Den Freigestellten soll nach der Mitteilung der Kündigung gerade noch die Zeit gelassen worden sein, den Spind auszuräumen. Im großen Schaeffler-Imperium ist der Standort Wuppertal nur ein kleines Zahnrad. Einen Hinweis darauf, wer für die Unternehmensphilosophie verantwortlich ist, gibt Georg Schaeffler, der als vermögendster Deutscher gilt, im Interview mit der SZ. Er sagt über den Einfluss der fremden Aktionäre, die etwa 20 Prozent an Schaeffler halten: "Die Investoren haben stimmrechtlose Vorzugsaktien. Für uns war und ist es wichtig, dass wir die Kultur des Familienunternehmens mit den Vorteilen des Kapitalmarktes verbinden."

FAG Schaeffler stellt Kugellager für Windräder her, ein schwieriger Markt. Teile der Produktion sollen nach Rumänien verlagert werden. Dies sei Teil einer strategischen Ausrichtung und soll beide Standorte stärken. Von 1500 Mitarbeitern sind 950 in Wuppertal verblieben, die weiter um ihren Job bangen.

Quelle: RP
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