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Wuppertal
5000 Leiharbeiter hoffen auf bessere Bedingungen

Wuppertal. Mitarbeiter kurzfristig engagieren, wenn sie gebraucht werden - das ermöglicht die Arbeitnehmerüberlassung den Unternehmen. Damit sie Leiharbeiter nicht als billigen Ersatz für Festangestellte ausnutzen, plant die Regierung ein Gesetz, das zum Beispiel Leiharbeitsverhältnisse auf 18 Monate beschränkt. Für die Gewerkschaften ein Schritt in die richtige Richtung, für den sie gekämpft haben.

In Wuppertal arbeiteten zum Stichtag 30. Juni 2015 gut 5000 Menschen, 1400 Frauen und knapp 3600 Männer, als Leiharbeiter. Die meisten in der Metallindustrie, weniger in kaufmännischen Berufen oder Dienstleistungen.

Für sie soll ab dem 1. Januar 2017 gelten, dass sie spätestens nach 18 Monaten übernommen werden oder gehen müssen. Nach neun Monaten sollen sie den gleichen Lohn erhalten wie Kollegen der Stammbelegschaft. Das sieht der Entwurf für das Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz (AÜG) vor, den das Bundeskabinett am 1. Juni beschlossen hat und der nun vom Bundestag diskutiert und verabschiedet werden muss.

"Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagt Guido Grüning von der Gewerkschaft Verdi. Das Gesetz schränke Missbrauch ein: "Es gab Leute, die wurden jahrelang als Leiharbeiter beschäftigt. Das hat jetzt ein Ende." Es gebe auch in Wuppertal Betriebe, in denen die Belegschaft bis zur Hälfte aus Leiharbeitern besteht. Ein großer Teil der Leiharbeiter bleibe aber nicht so lange. Daher sei es "schwer abzusehen, wie sich das Gesetz auswirkt."

Torsten Lankau von der Gewerkschaft IG Metall freut ebenfalls, dass die Dauer der Leiharbeit wieder beschränkt wird, nachdem sie jahrelang unbefristet möglich war. "Wenn 50 bis 60 Prozent der Belegschaft über Leiharbeit beschäftigt werden, ist der Punkt gekommen, bei dem man fragt: Ist das damit gemeint?" Leiharbeit solle helfen, Auftragsspitzen abzudecken. Unternehmen hätten aber "ihre Reserven für Urlaubszeiten und Krankheiten abgebaut". Viele Firmen nutzten Leiharbeit, um neue Mitarbeiter zu finden. Dauerhafte Leiharbeit sei ein Mittel zur Lohndrückerei.

Klaus Hoffmann von der Zeitarbeitsfirma Bever will erst das endgültige Gesetz abwarten. Von seiner Firma vermittelte Beschäftigte erreichten selten die geplante Höchstdauer, viele würden übernommen. Nur für Geringqualifizierte werde es wohl schwerer, Arbeit zu finden.

(kati)
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