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Wuppertal
Barrierefreiheit: Stadt rüstet Haltestellen auf

Wuppertal. Die Menschen werden immer älter und wollen auch im höheren Alter mobil sein. Darauf muss sich der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) einstellen. Wie kann der Spalt zwischen Bus und Wartefläche minimiert werden? Von Michael Bosse

Ist der Bereich auch für Rollstuhlfahrer bei jeder Witterung und ohne erhöhten Kraftaufwand befahrbar? Sind für sie auch die Fahrgastinformationen und der Unterstand für nutzbar? Werden Blinde und Sehbehinderte problemlos zum Halteschild für den Einstieg geleitet?

Das sind einige der Fragen, auf die auch in Wuppertal Antworten gefunden werden müssen. In den kommenden Jahren müssen nach und nach bis zu 1000 Haltestellen nachgerüstet werden. Alle rund 1300 Haltestellen der Linienbusse werden auf ihre Barrierefreiheit überprüft und bei Bedarf so umgebaut, dass sie den Ansprüchen von Senioren oder Menschen mit einer Behinderung gerecht werden.

Die Stadt setzt damit die Vorgaben des Personenbeförderungsgesetzes um, das bis Anfang 2022 eine vollständige Barrierefreiheit im ÖPNV vorschreibt. Für Wuppertal bedeutet das ein kontinuierliches Umbauprogramm - das auch noch einige Zeit andauert, da erst etwa 300 Haltestellen barrierefrei gestaltet sind.

"Derzeit läuft bei uns der siebte Bauabschnitt", erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann. "Dabei werden zunächst Haltestellen umgebaut, die sich an Knotenpunkten befinden, wo viele ältere Menschen oder Behinderte ankommen."

Dazu gehören die Haltestellen am Lutherstift, am Bethesda-Krankenhaus, am Helios-Klinkium, an der St. Anna-Klinik und an der Haltestelle Tierheim, in dessen Nähe eine Senioreneinrichtung liegt.

Die klassische bauliche Maßnahme ist dabei jeweils die Erhöhung des Bordsteins: So werden die Haltestellen am Helios-Klinikum von vier bis neun Zentimeter auf 16 Zentimeter erhöht, um das Einsteigen in die Busse zu erleichtern.

Auf der anderen Seite sind mittlerweile auch alle 302 Linienbusse der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) mit der Niederflurtechnik ausgerüstet, können also zum Bürgersteig hin abgesenkt werden.

"Außerdem sind unsere Busse mit einer ausfahrbaren Rampe ausgestattet", sagt WSW-Sprecherin Judith Birkenbach. Für Sehbehinderte gibt es "taktile Leitelemente" - Erhebungen auf dem Boden, die die Orientierung erleichtern.

"Man muss nun prüfen, ob und in welchem Umfang der Umbau nötig ist", sagt Stadtsprecherin Martina Eckermann. In der Bundesarbeitsgemeinschaft ÖPNV arbeiteten derzeit die Kommunen an einer "Handreichung" für den weiteren sinnvollen Ausbau der Haltestellen. Wann die Empfehlungen vorliegen, sei derzeit aber nicht abzusehen.

Rund 130 000 Euro sollen die Erneuerungen im laufenden Bauabschnitt kosten. 90 Prozent der Kosten werden vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) getragen. Insgesamt dürften sich die Umbaumaßnahmen für die barrierefreien Haltestellen in Wuppertal auf gut und gerne 25 Millionen Euro summieren, erklärt Martina Eckermann.

Quelle: RP
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