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Wuppertal
Beschluss mobilisiert Seilbahngegner

Wuppertal: Beschluss mobilisiert Seilbahngegner
Der Ratsbeschluss zur Seilbahn ruft den Verein "Seilbahnfreies Wuppertal" auf den Plan. FOTO: Britta Pedersen/dpa
Wuppertal. Der Stadtrat hat sich mehrheitlich für das 87,2-Millionen-Euro-Projekt ausgesprochen, erteilte den WSW aber Bedingungen. Der Verein "Seilbahnfreies Wuppertal" sieht Lücken in den Plänen der Stadtwerke. Von Andreas Boller

Der Wuppertaler Stadtrat hat sich jetzt mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen und zwei Mitgliedern der FDP-Fraktion mehrheitlich für eine Fortführung der Pläne zum Bau der Seilbahn ausgesprochen. Allerdings stellte der Rat den Wuppertaler Stadtwerken in einem Änderungsantrag Bedingungen. Ob diese "Auflagen" im vorgegebenen Kostenrahmen von 87,2 Millionen Euro von den WSW erfüllt werden können, zweifelten Mitglieder des Vereins "Seilbahnfreies Wuppertal" unmittelbar nach der Abstimmung über den Grundsatzbeschluss an.

Der Verein bezweifelt, dass die Kosten für die drei Stationen der Seilbahn schon in voller Höhe in die Berechnungen eingeflossen sind. "Tal- und Bergstation müssen nach unseren Informationen allein mit elf Aufzügen und zehn Rolltreppen ausgestattet werden", sagt Antonino Zeidler, der die Entscheidung im Ratssaal miterlebt hatte.

Ralf Geisendörfer verweist auf die zu erwartenden Betriebskosten. Nach seiner Meinung ist der Ansatz der WSW mit 400 000 Euro im Jahr unrealistisch. "Die Stadt lehnt es ab, einen Aufzug vom Hauptbahnhof zur Südstadt zu bauen, weil sie die Betriebskosten dafür von 30 000 Euro pro Jahr nicht aufbringen möchte. Legt man diese Summe zugrunde, dann würde ein Großteil der zur Verfügung stehenden Summe für die Seilbahn-Betriebskosten für die elf Aufzüge verwendet werden. Diese Rechnung kann so nicht aufgehen", sagt Geisendörfer.

"Die Planungen für die Stationen sehen Aufzüge vor. Die Investitionen und Betriebsaufwendungen sind in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen enthalten", sagt hingegen Andreas Feicht, Vorsitzender der Geschäftsführung der WSW. Zudem seien die Anforderungen an die architektonische Gestaltung der Tal- und Bergstation von den Stadtwerken berücksichtigt worden.

Bei der Mittelstation an der Bergischen Universität wollen die Seilbahngegner einen weiteren Schwachpunkt der bisherigen Planung erkannt haben. So sei in den neuesten Überlegungen von einer Brücke die Rede, die als Verbindung zwischen Mittelstation und Mensaebene noch gebaut werden müsse.

"Dazu gibt es noch keine Kostenberechnung", kritisiert Antonino Zeidler. "Die Kosten für eine Brücke zur Mittelstation können erst nach detaillierter Planung der Station festgelegt werden. Zur Absicherung sämtlicher Planungen wurden hohe Risikozuschläge von bis zu 50 Prozent erhoben", entgegnet Andreas Feicht auf diese Kritik.

Ob die Seilbahn ab 2024 den Hauptbahnhof über die Uni mit Küllenhahn verbindet, hängt aber von der Deutschen Bahn ab. Die ist Eigentümer des Grundstücks, auf dem die Talstation gebaut werden muss. Der Änderungsantrag des Stadtrates sieht vor, dass das Planfeststellungsverfahren - bei dem bereits erhebliche Kosten entstehen - erst begonnen werden darf, wenn die Grundstücksfrage geklärt ist. "Unser Ziel ist es, bis spätestens bis Ende 2017 ein Ergebnis zum Grundstück der Talstation zu erzielen", sagt WSW-Chef Andreas Feicht.

Quelle: RP
 
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