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Wuppertal
Bürger-Engagement mit dem Rad entdecken

Wuppertal. Von Elberfeld nach Vohwinkel, dann wieder zurück und bis nach Wichlinghausen weiterradeln: Eine Strecke von rund 30 Kilometern haben die knapp 20 Radler absolviert, die bei der Radtour der Heinrich-Böll-Stiftung NRW mitgefahren sind. Unter dem Motto "Eine Trasse - drei Bahnhöfe - drei Initiativen" informierten sie sich über bürgerschaftliches Engagement entlang der Trasse. Und sie nutzten die Nordbahntrasse zur Exkursion - als gutes Beispiel dafür, was eine Bürgerbewegung schaffen kann. Von Michael Bosse

Mit der Radtour startete die Heinrich-Böll-Stiftung NRW ihren diesjährigen Veranstaltungsreigen, mit dem sie neue Ansätze der Stadtentwicklung erkunden will. "Stadtentwicklung wird heutzutage nicht mehr nur von der Politik gestaltet, immer öfter sind bürgerschaftliche Basisinitiativen in dem Bereich aktiv", sagte der Vorstand der Stiftung, Uli Burmeister, zum Auftakt der Radtour am Bahnhof Mirke. Gerade Wuppertal sei eine Stadt, die "durch bürgerschaftliches Engagement getragen wird", betonte Burmeister.

Angeführt wurde die Gruppe von Christa Mrozek von der Wuppertal-Bewegung. Sie erinnerte an einem Zwischenstopp vor dem Ottenbrucher Bahnhof daran, dass die Wuppertal-Bewegung es geschafft habe, Stadtentwicklung von unten zu initiieren. Durch die Nordbahntrasse würden die Menschen dazu "mobilisiert, sich zu bewegen". Das gelte auch für den Nachwuchs: Immerhin lägen etliche Schulen an der Trasse.

Erste Station machte die Exkursion im Bürgerbahnhof Vohwinkel. Vor der Ankunft im Bahnhof war jedoch aufmerksames Durchlavieren auf dem Akzenta-Parkplatz gefragt - eine direkte Zufahrt von der Trasse zum Bahnhof fehlt leider noch. Im Bahnhof informierte Uli Kopka vom Bürgerverein Vohwinkel über das Projekt Bürgerbahnhof, mit dem ein wichtiger Treffpunkt für Kulturtermine und übrige Veranstaltungen in dem Stadtteil entwickelt wurde. "Mittlerweile haben wir mehr als 200 Termine im Jahr hier", sagte Kopka sehr zufrieden.

Vom Westen Wuppertals machte sich die Gruppe dann in Richtung Osten auf den Radweg. Am Bahnhof Mirke ließen sich die Teilnehmer über die Initiativen der Utopiastadt unterrichten. Anschließend führte die Fahrt zum Bahnhof Wichlinghausen. Dort kehrte man im Café Nordbahntrasse ein und informierte sich über das Beschäftigungsprojekt für Langzeitarbeitslose.

Von der Exkursion zeigten sich die Teilnehmer angetan. Für Hermann Strahl aus Unna war die Tour zudem ein Schwelgen in Erinnerungen. Zum einen wurde er in Wuppertal geboren, zum anderen kennt er die ehemalige Bahnstrecke von Besuchen bei seiner Oma. "Ich wollte die Strecke immer mal fahren", sagte Strahl. Mit seinem Bruder, der in Essen-Werden lebt, wolle er die Trasse demnächst wieder erkunden. "Die ist doch schöner als gedacht."

Die vermutlich längste Anreise hatte Nicolai Timaeus hinter sich. Der junge Mann stammt aus Augsburg und hatte eine Freundin besucht. Die hatte von der Exkursion erfahren und sich mit Begleitung angemeldet. Timaeus empfand die die Trasse als "sehr angenehm".

Quelle: RP
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