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Wuppertal
Christen aus Syrien vergrößern katholische Kirche

Wuppertal. Die katholische Kirche will arabischen Christen in Wuppertal ein Zuhause geben. Das ist das erklärte Ziel von Stadtdechant Bruno Kurth und Pastoralreferent Werner Kleine. Die syrischen Christen haben dann eine Gemeinde, St. Petrus in Laaken muss nicht profaniert werden, und die katholische Kirche in Wuppertal verliert kein Gotteshaus. Die Kirchengemeinde St. Petrus berät derzeit über die Zukunft des Gebäudes. Der Gemeindevorstand wägt derzeit das Angebot eines privaten Investors ab. Es gäbe für die syrischen Christen aber auch Alternativen. Die Hauptsache sei, dass den Menschen geholfen werde, sagt Kleine. "Viele glauben, dass da ausschließlich Moslems aus Syrien nach Deutschland kommen."

In Syrien gibt es syrisch orthodoxen Christen, griechisch orthodoxe sowie armenische, assyrische und lateinische. Dass die Katholiken in Wuppertal nicht für jede Konfession ein Gebäude bereitstellen können, ist auch für Jiryss Arraf selbstverständlich. Er ist Syrer, unterstützt seine Landsleute in Deutschland und lehrt Kleine nebenbei Arabisch. Das hat Sinn, denn die neue christlich-arabische Gemeinde zählt schon weit mehr als 100 Mitglieder, noch ehe sie richtig gegründet wurde. "Das funktioniert miteinander", sagt Arraf.

"Wir unterstützen jeden Flüchtling und die Christen ganz besonders", sagt Kleine. Er hat einem Lehrer bereits ein Praktikum in einer Schule vermittelt. Nun sucht er eine Firma, die einem Karosseriebauer die Chance gibt, sich für den deutschen Arbeitsmarkt fit zu machen. "Wir bieten eigens für die Christen aus Syrien einen Deutschkurs an."

Werner Kleine ist überzeugt, dass die arabisch christliche Gemeinde nicht nur gegründet wird, sondern auch einem Ort findet, an dem die Orthodoxen ihre Ikonen aufstellen, der Pope leben und die Gottesdienste zelebrieren kann. Den Popen würde unter Umständen die katholische Kirche bezahlen.

Und wenn St. Petrus dafür doch nicht zur Verfügung stehen sollte? Dann kann die Gemeinde die Kirche St.Pius in Barmen mitbenutzen: "Da waren wir schon zu Gast", sagt Jiryss Arraf. "Aber Laaken wäre natürlich schöner, weil wir die Kirche so einrichten könnten, wie wir sie brauchen, und nicht immer alles wieder wegräumen müssten." Außerdem gebe es in Laaken die Möglichkeit, über die Vermietung von kircheneigenem Wohnraum Geld zu beschaffen.

(ll)
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