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Wuppertal
Das Seilbahnprojekt ist weiter in der Schwebe

Wuppertal. Zwischen Himmel und Erde sanft dahin zu gleiten und auf direktem Weg vom Hauptbahnhof in die Uni einzufliegen - diese Idee beflügelt nicht nur Studenten, auch die Stadtwerke sind begeistert. "Wir können uns durchaus vorstellen, die Idee umzusetzen, doch wir brauchen zunächst einen Ratsbeschluss, um weiter zu planen", sagt WSW-Sprecher Holger Stephan. Das möchten die Gegner verhindern.

"Für die Anwohner gibt es keine Privatsphäre, wenn ständig 7000 Leute über sie hinweggondeln. Es ist kein Ersatz für den Busverkehr, der dann ausgedünnt wird, und die Finanzierung halten wir für nicht realistisch", fasst Kai Koslowski aus dem Vorstand der Initiative Seilbahnfreies Wuppertal die Argumente zusammen. Bei einer Begehung seien die Dimensionen der Anlage am vergangenen Wochenende deutlich geworden. "Am Hatzenbecker Bach haben wir gesehen, wo die Fundamente entstehen. Dort wird alles platt gemacht und zubetoniert. Dieser Preis ist uns zu hoch und der Nutzen fraglich."

Das sieht Peter Vorsteher von den Grünen ganz anders. Er wohnt selbst am Wolfshahn und betrachtet die abgehobene Bahn als Chance. "Wenn der Kiesbergtunnel in zehn Jahren schließt, weil die Sanierungskosten zu hoch sind, rollt der gesamte Verkehr über die Cronenberger Straße. Die Seilbahn könnte da Entlastung bringen." Er hat sich selbst in Bozen ein Bild einer solchen Anlage gemacht. "Die Technik ist ausgereift. Die Gondeln sind absolut leise", sagt Vorsteher. "Das ist auch touristisch sehr attraktiv."

Noch ist das Projekt in der Schwebe, doch die Fronten sind verhärtet. Während Stephan die Stimmung positiv einschätzt, möchte Koslowski alle Höhenflüge stoppen: "Wir halten dagegen, bis die Idee vom Tisch ist."

(domi)
 
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