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Wuppertal
Der gläserne Eingang zur Historie

Wuppertal. Ein transparenter Flachbau soll Engelshaus und Museum verbinden. Der Entwurf wurde mit dem Denkmalschutz erarbeitet. Das städtische Gebäudemanagement verspricht die Fertigstellung bis zu Friedrich Engels' Geburtstag. Von Katharina Rüth

Viel Zeit ist nicht mehr: 2020 steht das Engelsjahr an, wird der 200. Geburtstag des Philosophen und Gesellschaftstheoretikers Friedrich Engels gefeiert. Bis dahin sollen sich das Engelshaus und das Museum für Frühindustrialisierung in Barmen neu aufgestellt haben - inhaltlich und äußerlich: Dann soll es einen neuen Glasbau zwischen Engelshaus und Kannegießer'scher Fabrik geben, dann soll das Engelshaus saniert sein. Eröffnung des Gesamtkomplexes: am Engels-Geburtstag, 28. November 2020.

Kulturdezernent Matthias Nocke, Museumsdirektor Eberhard Illner, Hans-Uwe Flunkert vom Gebäudemanagement (GMW) und Rolf Volmerig von der Wirtschaftsförderung stellten jetzt die Planungen vor. Das Projekt heißt "Ankerpunkt China-NRW" - unter diesem Namen sind beim Land Fördergelder in Höhe von 4,8 Millionen Euro für das knapp zehn Millionen Euro teure Projekt beantragt.

Denn das Historische Zentrum, insbesondere Engelshaus und Engelsstatue, haben sich zu einem Anziehungspunkt für Gäste aus China entwickelt - für Touristen und Wirtschaftsdelegationen. Und tragen so dazu bei, die wirtschaftlichen Beziehungen NRWs mit China auszubauen. Das habe das Land erkannt, sagte Rolf Volmerig.

Eberhard Illner betonte die Einmaligkeit des Ensembles von Wohnhaus und Technikmuseum: "Wir können hier die Produktionsverhältnisse zeigen, die Engels zu der Erkenntnis brachten, dass diese Produktionsverhältnisse die Gesellschaft vollkommen revolutionieren werden." Das sei ein Alleinstellungsmerkmal, das Wuppertal auch von Trier unterscheide, wo man zum 200. Geburtstag von Karl Marx auf dessen Biografie setze.

Diese Einordnung der Person in den Kontext ihrer Zeit entspreche auch der aktuellen Sicht auf Marx und Engels seit 1989: "Wir denken beide neu", so Illner. Und das soll die Ausstellung künftig noch deutlicher zeigen. Diese Verbindung soll auch der Glasbau zwischen dem Engelshaus und dem Museum für Frühindustrialisierung herstellen. Und er soll dem gewachsenen Museums-Ensemble endlich einen erkennbaren Eingang verschaffen, der bisher fehlte.

Das ist aber nur eine von zahlreichen Aufgaben, die das GMW übernommen hat, wie Hans-Uwe Flunkert erläuterte: Es muss zudem das Engelshaus sanieren, für Brandschutz und Barrierefreiheit sorgen, die Neukonzeption des Museums berücksichtigen, Platz für Tagungen, Empfänge und eine Gastronomie schaffen und dabei den Denkmalschutz beachten.

Der jetzige Entwurf sei mit dem Denkmalschutz erarbeitet worden, so Flunkert. Der habe Wert darauf gelegt, dass die Verbindung nicht den Charakter eines eigenen Gebäudes habe und viel von den alten Gebäuden zu sehen ist. Daher sei man von einem größeren Entwurf abgerückt. Die Verbindung bestehe nun nur noch im Erdgeschoss. Aufzug-Türme führen in die Obergeschosse der anderen Gebäude.

Durch zwei Glasstreifen im Dach seien von unten jeweils die Fassaden der alten Gebäude komplett sichtbar. Das Dach werde jedoch nicht gläsern, weil sich das Gebäude sonst zu stark aufheizen würde. Vom Eingang sollen Besucher auf eine Rezeption zulaufen, im dahinter liegenden Raum könnten Veranstaltungen stattfinden.

Quelle: RP
 
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