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Wuppertal
Der Hauskauf beendet den Mietstreit

Wuppertal. Der Förderverein des Wuppertal Instituts erwirbt für eine einstellige Millionensumme das Gebäude am Döppersberg. Bisher gehörte es einem Fonds. Das Institut wünscht sich weitere wissenschaftliche Einrichtungen als Mitmieter. Von Katharina Rüth

Der Förderverein des Wuppertal-Instituts hat das Gebäude am Döppersberg gekauft. Mit dem Kaufvertrag ist auch der Streit mit dem bisherigen Eigentümer über Mietminderungen wegen des Baustellenlärms beigelegt.

"Damit ist klar, der Standort des Wuppertal-Instituts ist der Döppersberg", betont Thomas Orbach, Leiter der wissenschaftlichen Dienste des Instituts und gleichzeitig Geschäftsführer der neu gegründeten Immobilienentwicklungsgesellschaft, die jetzt offiziell Besitzerin des Gebäudes ist.

Die Einigung biete für alle Seiten Vorteile: "Für den Förderverein ist das eine gute Kapitalanlage", sagt Thomas Orbach. Das Institut könne sich passende Mit-Mieter suchen und das Gebäude im Sinn seiner Ziele entwickeln. Das könnten dichtere Fenster zur Rückseite und Verbesserungen an der Heizung sein. Auch die bisher hohe Miete werde auf das marktübliche Preisniveau sinken. Und wegen der restlichen Bauarbeiten habe man sich auf eine festgelegte Mietminderung geeinigt.

Besitzer des Gebäudes am Hauptbahnhof war bislang ein Immobilienfonds. Mit Beginn der Bauarbeiten auf dem Döppersberg entschloss sich das Institut, die Miete zu mindern. Die Mitarbeiter seien durch den Lärm massiv belästigt. Es zahlte drei Jahre lang 40 Prozent weniger Miete, insgesamt 850 000 Euro.

Dagegen zog der Insolvenzverwalter des inzwischen zahlungsunfähigen Immobilienfonds vor Gericht. Im vergangenen Jahr traf man sich zur Güteverhandlung. Auch Vertreter von Stadt und Wuppertaler Stadtwerken saßen mit im Gerichtssaal, denn bei ihnen hätte sich der Insolvenzverwalter Schadenersatz für die ausgefallene Miete holen können.

Parallel liefen jedoch bereits Verhandlungen über den Verkauf. Der Förderverein konnte den Kauf für eine einstellige Millionensumme mit Eigenkapital und Darlehen finanzieren. "Da kam uns natürlich das niedrige Zinsniveau derzeit zugute", sagt Thomas Orbach.

Die Idee, das Gebäude zu kaufen, existierte bereits länger. Der Streit um die Miete hat dann den Anstoß gegeben, dass der Förderverein die Gesellschaft gründete. Die kann die Ehrenamtler des Vereins von der Verwaltung der Immobilie entlasten. Dafür wird Thomas Orbach teilweise von seinen Aufgaben im Institut freigestellt und als Geschäftsführer der Gesellschaft bezahlt.

Das Gebäude des Wuppertal Instituts verfügt über rund 5000 Quadratmeter Nutzfläche und besteht aus einem Alt- und einem Neubau. Ein Teil der Fläche ist an Dritte vermietet. Etwa 1000 Quadratmeter im Altbau sind derzeit frei. Das Institut wünscht sich weitere wissenschaftliche Einrichtungen als Mitmieter.

Quelle: RP
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