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Wuppertal
Der Zoo plant großzügige neue Asien-Anlage

Wuppertal. Eine Spende von Ehrenbürger Jörg Mittelsten Scheid macht das Projekt im Herzen des Tiergartens möglich. Von Dominique Schroller

Ein Bach schlängelt sich durch das dichte Gras und bildet unten einen kleinen Teich, hohe Bäume umrahmen das Gelände wie ein kleiner Wald. Die Idylle scheint wie geschaffen für die Rettung bedrohter Arten. "Am Wasser könnten die Kurzkrallenotter spielen, die Prinz-Alfred-Hirsche kommen zwischen den Bäumen hervor, und in den Wipfeln turnen die Gibbons", sagt André Stadler. Der Zookurator sieht die Asien-Anlage bereits ganz konkret vor sich.

Noch ist die neue Heimat für Tiere aus Südostasien eine Vision, die allerdings durch eine großzügige Spende des Ehrenbürgers und ehemaligen persönlich haftenden Gesellschafters von Vorwerk, Jörg Mittelsten Scheid, konkrete Formen angenommen hat. Durch seine 500 000 Euro ist die Finanzierung zu rund einem Drittel gesichert. "Das Startkapital ist der wichtigste Baustein. Damit können wir in die konkrete Planung einsteigen", sagt Zoodirektor Arne Lawrenz. Er träumt davon, die neue Anlage 2018 beleben zu können.

Bei der Verwirklichung der Pläne signalisiert der Zooverein weitere Unterstützung. "Unsere Aufgabe ist, im Anschluss an das Projekt Aralandia genügend finanzielle Mittel aufzubringen. Doch da bin ich optimistisch. Deshalb haben wir uns entschieden, die Spende anzunehmen, mit der Zusage, die Restfinanzierung kurzfristig zu stemmen. Damit stehen wir bei Jörg Mittelsten Scheid im Wort", erklärt der Vorsitzende Bruno Hensel. Noch muss die Mitgliederversammlung zustimmen, doch der Vorstand ist sicher, überzeugende Argumente liefern zu können. "Wir haben die Chance, Tierarten, für die es sonst keinen Platz mehr gäbe, zu erhalten und in einem gemeinsamen Lebensraum zu präsentieren. Damit leistet der Zoo Pionierarbeit", sagt Hensel.

Ohne das neue Gelände zwischen Vogelhaus und Bärengehege hätten Hirscheber, Kurzkrallenotter und Gibbons den Zoo verlassen müssen. "Der Kern unseres Konzeptes ist, weniger Arten auf mehr Platz und unter besseren Bedingungen zu halten", sagt André Stadler. Das sei ohne die asiatische Insel im Herzen des Tiergartens nicht möglich. "Die Otter sind neben den Eisbären nicht mehr zeitgemäß untergebracht, bei den Gibbons genügt das Innengehege unseren Ansprüchen nicht mehr und die Hirscheber müssten langfristig umziehen, damit wir die Elefanten-Anlage vergrößern können." Die Prinz-Alfred-Hirsche könnten aus anderen europäischen Zoos ins Tal kommen. "Wir möchten ihre Geschichte erzählen. Bildung ist ein sehr wichtiges Element von Pulau-Buton." Der indonesische Nationalpark stand bei der Namensgebung des Projektes Pate. "Dort leben mindestens zwei der Arten, die wir hier zeigen möchten." Alle Arten gehören zu einem Zuchtprogramm, das ihren Erhalt sichern soll. "Wir sind bereits an der Rettung der Hirscheber beteiligt, deshalb möchten wir in Pulau-Buton eine ganze Rotte halten, um ihre Gene zu bewahren", sagt Arne Lawrenz.

Quelle: RP
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