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Wuppertal
Die Fahrschule schwebt im Akkord

Wuppertal: Die Fahrschule schwebt im Akkord
Werkstattmeister Ralf Barnat vor einer als Fahrschule gekennzeichneten Schwebebahn. Eine solche Fahrschule gibt es nur in Wuppertal. FOTO: Stefan Fries
Wuppertal. Bevor die neuen Schwebebahnwagen eingesetzt werden, müssen 210 Fahrer ausgebildet werden. Begleitet werden die Fahrten zuweilen von Mitarbeitern des Herstellers Vossloh und Kiepe, aber die eigentlichen Techniktests laufen nachts. Von Andreas Boller

In der weltweit einzigen Schwebebahn-Fahrschule fallen in diesem Sommer die großen Ferien flach. Kein Wunder, denn bis Ende Oktober sollen möglichst alle WSW-Mitarbeiter, die zur Bedienung einer Schwebebahn berechtigt sind, eine sogenannte Typeneinweisung für die neue Modellreihe erhalten. Im Herbst sollen die ersten Wagen der neuen Fahrzeugreihe im Linienverkehr eingesetzt werden.

Der Kreis der Fahrschüler, die in diesen Wochen in Theorie und Praxis ausgebildet werden, ist überraschend groß. "Es steht eine Schulung für 210 Fahrberechtigte an", verrät Fahrlehrer Andreas Haus. Zu den Fahrschülern zählen neben den Schwebebahnfahrern und den Kombifahrern (Schwebebahn und Bus) die Mitarbeiter der Schwebebahn-Werkstatt und die Verkehrsmeister der Stadtwerke. Sie alle haben bereits die Grundausbildung zum Schwebebahnfahrer hinter sich gebracht, die vier bis sechs Wochen dauert.

Zwei der neuen Schwebebahnen sind zurzeit als Fahrschulwagen im Einsatz und drehen tagsüber ihre Runden. Begleitet wird die Fahrschule zuweilen von Mitarbeitern des Herstellers Vossloh und Kiepe, aber die eigentlichen technischen Tests laufen in den Nachtstunden ab.

"Jeder Fahrer muss die Strecke mindestens einmal absolviert haben. Wer sich dann noch nicht sicher fühlt, kann weitere Runden drehen", sagt Andreas Haus.

Die theoretische Einweisung dauert einen Tag. Ziel sei es, die Fahrer mit der neuen Technik vertraut zu machen und sie in die Lage zu versetzen, die Schwebebahn bei einer Störung zumindest bis zur nächsten Schwebebahnstation zu bringen. "Bisher hat es aber keinerlei technische Probleme mit den neuen Bahnen gegeben", so Fahrlehrer Haus. Im Gegenteil: Die Beurteilungen der Fahrschüler nach ihren ersten Fahrstunden fallen durchweg positiv aus. "Auf einer Skala von 1 bis 10 war noch keine Benotung schlechter als 8 dabei. Man kann mit der neuen Bahn noch schöner schweben", sagt Haus. Schneller sind die Wagen zudem unterwegs: "Wir erreichen auf mehr Strecken die Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern", sagt Thomas Kaulfuss, Betriebsleiter Schwebebahn der Wuppertaler Stadtwerke (WSW).

Bei der Entwicklung der neuen Wagenreihe flossen Anregungen und Wünsche von Fahrern und Fahrschule ein. Die Folge ist eine deutliche ergometrische Verbesserung des Fahrerplatzes. Alle wichtigen Informationen erhält der Fahrer über ein zentral positioniertes Display - kein Vergleich zur aktuellen Baureihe aus den 1970er Jahren. Auf eine Verbesserung hoffen die Schwebebahnfahrer auch bei einer voll besetzten Schwebebahn und bei Regenwetter. Da die neuen Modelle besser belüftet werden, sollen rundum beschlagene Scheiben der Vergangenheit angehören.

Der Anteil der Schwebebahnfahrerinnen liegt bei zehn Prozent. Da mehr Busfahrerinnen als früher im Einsatz sind, die zum Dienst in der Schwebebahn nachrücken, ist das Ende einer Männerdomäne in Sicht.

Quelle: RP
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