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Wuppertal
Die Magie des Zaubersalons

Wuppertal: Die Magie des Zaubersalons
Bis auf den letzten Platz besetzt war der Zaubersalon in der Bandfabrik auch bei seiner Veranstaltung im April. Hier zeigt Marc Weide gerade einen Trick mit seinem Zauberkoffer. FOTO: Nico hertgen
Wuppertal. Die Zauberer des Magischen Zirkels probieren ihre neuen Tricks einmal im Monat vor Publikum aus. Beliebt sind nicht nur die Klassiker wie Kartentricks oder Becherspiel, sonder alle Formen der Wahrnehmungstäuschung. Von Marion Meyer

Das Becherspiel gibt es bereits seit dem Mittelalter. Zu den Klassikern des Zauberhandwerks gehören aber auch das chinesische Ringspiel oder Kartentricks, die es immer wieder schaffen, das Publikum in Staunen zu versetzen. So auch regelmäßig beim Zaubersalon in der Bandfabrik, bei dem Zauberer aus ganz Europa ihre neuen Tricks live vor Publikum ausprobieren können. Denn die Reaktionen der Zuschauer sind essenziell für die Zauberer.

Das weiß auch Hans-Hermann Wahl. Er ist Vorsitzender des Magischen Zirkels Wuppertal, einer Vereinigung mit derzeit 20 Mitgliedern, davon eine Frau. Der Dachverband, der Magische Zirkel Deutschland, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. 85 Ortszirkel gibt es im ganzen Bundesgebiet. Der Ortsverein Wuppertal wurde 1958 gegründet. "Wir treffen uns einmal im Monat, um uns auszutauschen und weiterzubilden, indem wir Dozenten zu uns einladen", erzählt Wahl, der im Hauptberuf als Vertreter im Außendienst in Sachen Lebensmittel unterwegs ist.

Ungezwungene Atmosphäre

Den Zaubersalon, der seit 2010 jeden dritten Dienstag im Monat stattfindet, bestreiten immer mehrere Zauberer. Der Eintritt ist frei, doch am Ende wird ein Zylinder herumgereicht, in den jeder eine Spende werfen kann. "Der Zaubersalon ist immer voll", sagt Wahl, der selbst die ungezwungene Atmosphäre der Veranstaltung in den Räumen der ehemaligen Bandfabrik schätzt.

Wahls eigene Karriere als (Hobby-)Magier begann – wie bei vielen – mit einem Zauberkasten. Mittlerweile sieht der 64-Jährige seine Aufgabe jedoch eher darin, Leute zusammenzubringen, als selbst noch das Kaninchen aus dem Hut zu zaubern. "Die Zauberei ist ein schönes Hobby. Man muss schon ein bisschen spinnen dafür", sagt er. Denn die "angewandte Wahrnehmungstäuschung" funktioniere nur, wenn man den Gedanken des Zuschauers einen Schritt voraus sei. Man brauche aber auch Fingerfertigkeit, Liebe zum Detail und "eine gewisse Form des Perfektionismus", so Wahl. Denn gerade bei den Close-up-Programmen, bei denen der Zauberer mit kleinen Gegenstände direkt am Tisch der Zuschauer hantiert, kommt es darauf an, dass jede Handbewegung sitzt. Solche Tricks zeigt auch Wahl am liebsten, wenn er selbst auftritt.

Nur drei der 20 Mitglieder des Magischen Zirkels Wuppertal leben von ihrer Kunst. Die meisten treten nebenberuflich auf. Jeder, der dem magischen Zirkel beitreten will, muss eine Aufnahmeprüfung meistern, "aber eine Zauberschule haben wir nicht", erklärt der Langerfelder, der zu Hause Bücher und Zeitschriften zur Zauberei sammelt.

Man müsse sich als Zauberer immer informieren, neue Trends ausprobieren und mit der Zeit gehen, sagt der Vorsitzende. Dazu passt auch, dass ein Gast-Magier bei einem der Zaubersalons Bier aus einem iPad zapfte. Wie das funktionierte, weiß Hans-Hermann Wahl allerdings auch nicht.

Quelle: RP
 
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