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Wuppertal
Die Massenflucht im 19. Jahrhundert

Wuppertal. In den Jahren 1848/49 verließen 1000 Bürger das Tal der Wupper mit Ziel USA. Von Detlef Vonde

Amerika zog im 19. Jahrhundert die Menschen magisch an. Massenhaft wanderten sie auch aus Deutschland aus. Zwischen 1815 und 1914 zog es etwa 5,5 Millionen Menschen in die Staaten. Allein in den Jahren der Revolution zwischen 1845 und 1849 wanderten mehr als 300 000 Menschen aus den deutschen Teilstaaten aus.

Während der "gescheiterten Revolution" verließen auch etwa 1000 Bürger aus dem Wuppertal, zum Teil im kompletten Familienverband, ihre Städte in Richtung Nordamerika. Einige von ihnen, wie der ehemalige Elberfelder Zeichenlehrer Hermann Joseph Alois Körner, aus "gutem" Grund: In den Mai-Tagen 1849 hatten aufständische Landwehrsoldaten Barrikaden errichtet und "rote Revolutionäre" die Stadt besetzt. Sie kämpften für die Republik und die liberale Reichsverfassung, die der preußische König Friedrich Wilhelm IV rigoros ablehnte. Körner, einer der "Rädelsführer", war der Präsident eines kurze Zeit in der Stadt regierenden, revolutionären Sicherheitsausschusses. Die Aufständischen hatten den Oberbürgermeister von Carnap verjagt und mit dem Bankier Daniel von der Heydt eine prominente Geisel genommen. Nachdem Bürgerwehr und preußisches Militär den Aufstand niedergeschlagen hatten, konnte sich auch Körner der Verhaftung nur durch spontane Flucht entziehen. Von den 242 Angeklagten der "revolutionären Episode von Elberfeld" waren 58 geflohen: die meisten von ihnen in die USA. Aber Alois Körner kehrte alsbald zurück, nachdem er sich von Friedrich Engels distanziert hatte.

Quelle: RP
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