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Wuppertal
Die Nordbahntrasse als Forschungsobjekt

Wuppertal. Die Nordbahntrasse ist sauber und sicher, allerdings fehlt es überall an Toiletten. Diese Erkenntnis hat die Masterarbeit von Isabela Prinz ergeben. Die 25-Jährige studiert an der Universität Köln Geografie mit Schwerpunkt Stadtentwicklung. Von Tanja Heil

"Ich wollte über ein Projekt in Wuppertal schreiben", erklärt die Varresbeckerin ihre Idee, die Nutzung der Nordbahntrasse zu evaluieren. Sie stellte sich an einem Oktober-Wochenende auf die Trasse und befragte die Passanten. Dabei hatte sie Pech: Es regnete, nur wenige Menschen waren auf der sonst beliebten Strecke unterwegs.

"Deshalb habe ich eine Online-Umfrage auf die Seite der Wuppertal-Bewegung und auf Facebook gestellt", erklärt Isabela Prinz. 315 Menschen beantworteten schließlich die Fragen. Wobei die Auswahl online sicherlich eine andere ist als die unter Passanten an einem sonnigen Wochenende - denn auf den Seiten der Wuppertal-Bewegung surfen nur Menschen, die sich sowieso für die Trasse interessieren. Die meisten Antworten stammen von Wuppertalern zwischen 26 und 65 Jahren.

"Überraschend war für mich, dass sich die Nutzer mehr Kontrolle wünschen", wundert sich die Studentin. Obwohl fast alle Befragten die Sauberkeit lobten, forderten die meisten ein strikteres Vorgehen gegen Müllsünder und Hundebesitzer, die den Kot nicht einsammeln. Auch die Installation von Überwachungskameras für die Tunnel wurden vorgeschlagen.

Nachvollziehbar hingegen sind die Wünsche nach mehr Sanitäranlagen, mehr Sitzgelegenheiten, Mülleimern und Bepflanzung. Auch zusätzliche gastronomische Angebote, Spielplätze oder ein Automat mit Fahrradschläuchen stehen auf der Wunschliste.

"Häufig genannt wurden die Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern", sagt Isabela Prinz. Die Angabe von GPS-Koordinaten auf der Trasse war ebenfalls eine Idee der Nutzer. Fast alle Befragten nutzen die Trasse wöchentlich, die Hälfte von ihnen ist sogar täglich auf ihr unterwegs.

Die meisten verbringen dort ihre Freizeit - zu Fuß, auf dem Fahrrad oder auf Inlinern. Etliche nutzen die autofreie Strecke auch als Weg zur Arbeit oder Schule. Gerne sähen die Passanten mehr Info-Schilder auf der Trasse - sowohl in Form von Karten mit der Umgebung als auch als Hinweisschilder zur nächsten Abfahrt und den von dort erreichbaren Orten, aber auch Tafeln mit geschichtlichen Informationen. 85 Prozent der Befragten stammen aus Wuppertal.

"Es war eigentlich mein Ziel, auch Auswärtige zu befragen", sagt die Studentin mit Bedauern. Doch das Gros der Nutzer stammt aus Elberfeld, Barmen und Katernberg. Aus Ronsdorf, Cronenberg oder Beyenburg verirren sich die Bewohner aus nahe liegenden Gründen der Topografie seltener auf die Trasse. Alle Befragten schätzen an ihr das schöne Ambiente und die immer noch ungewohnten Ausblicke auf die Stadt.

Im Januar hat Isabela Prinz ihre Masterarbeit eingereicht und wartet jetzt auf das Ergebnis.

Quelle: RP
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