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Wuppertal
Eine Reise entlang der Nordbahntrasse

Wuppertal. Reiner Rhefus hat einen Wanderführer mit historischen Hintergrundinformationen geschrieben. Von Christian Werth

Die Nordbahntrasse ruft längst nicht nur Freizeitsportler und Naturliebhaber auf den Plan, sondern wartet auch für Interessenten an Heimatgeschichte und Industriekultur mit jeder Menge Stoff zum Staunen auf. Diesem Umstand trägt nun das Netzwerk Industriekultur Bergisches Land Rechnung und bringt in diesen Tagen einen Reise- und Wanderführer mit zahlreichen historischen Hintergrundinformationen heraus. "Durch Tunnel und über Viadukte" heißt der bebilderte Informationsband und stellt die industrielle Bedeutung der einstigen Rheinischen Strecke in den Vordergrund.

"Die Nordbahntrasse war das Herzstück des Bergischen Eisenbahnwegenetzes und ist heute wegen ihrer großen industriellen Bedeutung als eine der wichtigsten Industriekulturrouten zu bezeichnen", erklärt Autor Reiner Rhefus und fügt hinzu, dass die etwa 23 Kilometer lange Trasse außergewöhnlich viele Industriedenkmäler zu bieten habe und die Herzen von Heimathistorikern höher schlagen lasse.

Der 59-jährige Wahl-Wuppertaler, vor 30 Jahren von Düsseldorf in die Schwebebahnstadt gezogen und viele Jahre für das hiesige Kulturbüro tätig, ist inzwischen wissenschaftlicher Mitarbeiter des Historischen Zentrums. Mit einem Expertenteam aus Heimatforschern, Historikern und Mitgliedern der Wuppertalbewegung konnte das Veröffentlichungsprojekt gemeinschaftlich realisiert werden. Zuvor hatte man sich beim Landesministerium für Stadtentwicklung beworben und schließlich eine entsprechende Finanzierung erreichen können.

"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Nachfrage zu historischen Hintergrundinformationen über die Trasse riesig ist. Die 101 aufgestellten Informationstafeln und unsere 2006 veröffentlichte Broschüre reichen da einfach nicht mehr aus", erklärt Lutz Eßrich von der Wuppertalbewegung.

Dementsprechend detailliert nähert sich das 142-seitige Sachbuch der industriell-kulturellen Geschichte und kategorisiert die Trassenhistorie in die Themengebiete Kalk- und Ziegelindustrie, Textilindustrie, Konsumgenossenschaften, Versorgungseinrichtungen und Wohnquartiere. Dass die nördliche Wuppertaler Bahnlinie trotz ihrer großen bautechnischen Herausforderungen - die komplizierte Hanglage erforderte den Bau von aufwendigen, auch heute noch imposanten Tunnels und Viadukten - überhaupt entstanden ist, lag neben dem Ziel einer verbesserten Anbindung Wuppertals insbesondere am Transportbedarf der Kalksteinbrüche bei Lüntenbeck. Das Buch ist für eine Schutzgebühr in Höhe von drei Euro zu bekommen. Es ist im Historischen Zentrum, bei der Wuppertalbewegung sowie in den Buchhandlungen Köndgen in Barmen sowie Baedeker und Mackensen in Elberfeld zu bekommen. Am 27. April findet im Frühindustriellen Museum ab 18 Uhr eine öffentliche Buchvorstellung statt.

Quelle: RP
 
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