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Wuppertal
Elberfelds Umbau ist "eine Mammutaufgabe"

Wuppertal. 120 Wuppertaler kamen zum ersten Treffen der "Qualitätsoffensive Elberfelder Innenstadt", mit Anregungen, Wünschen und Kritik. Von Michael Bosse

Zum Publikumsauftakt der "Qualitätsoffensive Innenstadt Elberfeld" kamen rund 120 Bürger mit Anregungen, Wünschen und Kritik ins Elberfelder Rathaus zur ersten Innenstadt-Konferenz, mit der ein jahrelanger Veränderungsprozess initiiert werden soll. Moderiert hat Klaus Overmeyer vom Urban Catalyst Studio aus Berlinund Professor an der Bergischen Uni. Mit der Stadtverwaltung, dem Institut für Raumforschung und Immobilienwirtschaft in Dortmund und Zebralog, der Agentur für crossmediale Bürgerbeteiligung aus Bonn, sollen die Pläne umgesetzt werden.

Am Anfang steht der Dialog, am Ende soll ein Maßnahmenkatalog vorliegen, der konkrete Schritte zur Verschönerung der Elberfelder Innenstadt definiert. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Großbaustelle am Döppersberg sei dieses Projekt so wichtig. "Wir müssen über die gesamte Innenstadt sprechen", sagt Oberbürgermeister Andreas Mucke. Es dürfe "keine Sogwirkung Richtung Döppersberg" entstehen. Diskutiert und hinterfragt werden müssten, so Mucke, Verkehrswege, Wohnen, Einzelhandel oder die Entwicklung der Stadträume. Das sei eine "Mammutaufgabe".

Kein Wunder also, dass das Projekt auf Jahre angelegt ist. Bis 2021 soll es inklusive Umsetzung dauern. Vier Innenstadtkonferenzen, mehrere Werkstätten und auch ein Online-Dialog sind geplant. Der Stand des Projekts soll fortlaufend unter unser-elberfeld.de nachzulesen sein. Auch eine öffentliche Basisstation ist geplant, an der Bürger Anregungen abgeben können.

Einige der Anwesenden äußerten Zweifel, ob die Konzepte wirklich umgesetzt werden. OB Mucke versucht, zu beruhigen: In der mittelfristigen Etatplanung stünden über die Jahre rund 10,5 Millionen Euro zur Unterstützung der Qualitätsoffensive bereit, davon sind etwa 8,3 Millionen Euro Zuweisungen vom Land. Das Geld ist auch nach Ansicht von Baudezernent Frank Meyer gut investiert, Elberfeld verkaufe sich derzeit "unter Wert". Mit der Qualitätsoffensive könne eine "Blaupause" gefunden werden, von der andere Stadtteile profitierten.

In "diskursiven Ortserkundungen" durch Elberfeld haben die Projektpartner schon zahlreiche Impressionen gewonnen - Prof. Overmeyer gibt einen Eindruck davon, indem er mehrere Foto-Aufnahmen an die Wand wirft. Elberfeld präsentiere sich heterogen und habe eine enorme Vielfalt, sagt er. Das ist als Lob gemeint, zeigt aber auch die Größe der Herausforderung. Ein Gang durch die Stadt gleiche einem Blick in eine Waschmaschine, in Elberfeld gebe es unterschiedliche Linien. Es existierten keine einheitlichen Baustile, keine homogene Architektursprache.

Recht heterogen fallen auch die Wünsche und Anregungen aus, die die Teilnehmer der Innenstadt-Konferenz in vier verschiedenen Gruppen zusammentragen: Der eine wünscht sich ein Redepult in der Innenstadt, der andere mehr inhabergeführte Geschäfte, der nächste will Autos aus der Innenstadt verbannen, auch der Abriss kompletter Gebäude wird ins Spiel gebracht.

Quelle: RP
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