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Wuppertal
FOC: Verhandlungen drehen sich im Kreis

Wuppertal. Im Wettrennen um das erste Factory-Outlet-Center (FOC) im Bergischen Land droht Wuppertal gegen Remscheid nur zweiter Sieger zu werden. Während dort intensive Gespräche von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) mit dem outlet-erfahrenen Investor McArthur-Glen laufen, drehen sich die Verhandlungen der Investorengruppe Clees mit der Stadt Wuppertal um das FOC in der Bundesbahndirektion im Kreis. Von Lothar Leuschen

"Ich bin guter Dinge, dass wir die Baugenehmigung bald erteilen können", sagt der zuständige Planungsdezernent Frank Meyer (SPD) zwar. Aber "bald" ist jetzt schon viel später, als Investor Uwe Clees geplant hatte. Im Sommer hätte der Umbau der Bahndirektion beginnen sollen, um das FOC im Sommer nächsten Jahres, vor der Lenneper Konkurrenz, zu eröffnen. Dieser Termin scheint zumindest fraglich zu sein.

Von der Aufbruchsstimmung des vergangenen Jahres scheint nichts geblieben. Stattdessen ringen Stadt und Investor um Details. Für die als ersten Bauabschnitt geplante Bundesbahndirektion muss Clees nach geltendem Recht knapp 190 Parkplätze nachweisen. Die Stadt ist bereit, ihm dafür Stellplätze im Parkhaus unter dem Busbahnhof zu überlassen, bis sein zweiter Bauabschnitt, die Postfiliale Kleeblatt mit ihren großen Parkflächen, fertig ist. Clees müsste der Stadt dafür freilich Geld geben. Das will er wohl nicht. Die Stadtverwaltung will ihm aber nicht entgegenkommen, um sich keine Blöße zu geben. Die FOC-Pläne werden vom Wuppertaler Einzelhandel kritisch beäugt.

Noch schwerer wiegt aber offenbar die Frage, was überhaupt aus den weiteren FOC-Plänen der Clees-Gruppe wird. Zwischen Bahndirektion und Postfiliale plant Clees eine Geschäftsbrücke, die seitlich an die Bahndirektion andocken soll. Dort und nicht seitlich durch das große Portal sollen die Besucher demnach auch hauptsächlich das FOC betreten. Noch ist aber nicht sicher, ob Clees die Brücke bauen kann. Sie führt über die Bahngleise. Er braucht die Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes). Die gibt es bisher nicht. Zumindest hat die Unternehmensgruppe noch keinen Vollzug gemeldet.

Sollte Clees letztlich nur den ersten Bauabschnitt, also die Bahndirektion für Einzelhandel, umbauen können oder wollen, hätte die Stadt damit große Probleme. Dagegen will sie sich unter allen Umständen absichern. Ihr Ziel ist ein FOC, das Kunden von außerhalb für den Einzelhandel in Wuppertal gewinnt. Handel lediglich auf den knapp 9000 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Bahndirektion wäre hingegen Konkurrenz für die bestehenden Geschäfte.

Die Verhandlungen dauern, es gibt keinen Durchbruch. Das wird dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Stadtrat, Michael Müller, nun langsam zu bunt. "Ich bedauere außerordentlich, dass seit Monaten offenbar dieselben Probleme behandelt werden. Ich frage mich langsam, ob auf beiden Seiten der gute Wille noch vorhanden ist", sagt Müller. Er erwarte nun, dass die Baugenehmigung in den nächsten Wochen erteilt werde.

Quelle: RP
 
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