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Wuppertal
Großprojekt Döppersberg: Beim Hochbau hakt es

Wuppertal. Der Umbau wird um einige Millionen teurer und die Zeit wird knapp. Nicht alle Baustellenrisiken sind ausgeräumt. Von Andreas Boller

Der Jahresendspurt auf der Großbaustelle Döppersberg hat begonnen. Nicht in allen Bereichen haben die Arbeiten in den vergangenen Monaten die erhofften Fortschritte gemacht. Während der Tiefbau mit Kanal- und Straßenbauarbeiten gut im Zeitplan liegt, birgt der Hochbau finanzielle und terminliche Risiken. Bis Ende 2018 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Verwaltung wird der Planungs- und Baubegleitkommission in der kommenden Sitzung offenlegen, dass Kosten in Höhe von 6,1 Millionen Euro nicht durch das Gesamtbudget von 140,5 Millionen Euro gedeckt sind und daher eine neue Summe für das Gesamtbudget festgelegt werden muss.

Mit einem Kostenrahmen von 105 Millionen Euro war der Umbau des Döppersbergs begonnen worden, der Zuschuss in Höhe von 65 Millionen Euro vom Land NRW ist gedeckelt. Kostensteigerungen gehen deshalb zulasten der Stadt. Im Verlauf der weiteren Arbeiten könnten theoretisch noch Einsparungen erzielt werden, aber der Spielraum ist knapp, weil der Großteil der Aufträge schon vergeben ist und im Hochbau Preisnachlässe eher unwahrscheinlich sind.

"Abgerechnet wird erst am Schluss. Sollte es eine Kostensteigerung geben, dann müssten die Mehrausgaben auf die Investitionskosten der Stadt in den kommenden Jahren verteilt werden", sagt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Im Klartext: Das Geld, das am Döppersberg verbaut wird, würde in den folgenden Jahren im Topf für die Sanierung von Straßen, Brücken oder Treppen fehlen. Gut zwei Jahre vor der geplanten Fertigstellung gehen aber nicht nur die finanziellen Reserven zur Neige. "Die Reserveluft, die wir im Hochbau bisher hatten, ist verbraucht", sagt Udo Lauersdorf, Projektleiter des Umbaus Döppersberg. Er hat in den vergangenen Monaten "quälende Diskussionen" mit den in der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Hochbau zusammengefassten Firmen geführt. Beim Bau des Busbahnhofs ist der Arge ein folgenschwerer Fehler unterlaufen: Der sogenannte Gefällebeton auf einem Drittel des Parkdecks ist um einige Zentimeter zu hoch ausgefallen. Diese Schicht des Busbahnhofs und des darunter liegenden Parkdecks ist erforderlich, damit das Wasser bei Starkregen geregelt abfließen kann und nicht die geparkten Autos absaufen.

Die komplette Betonschicht wieder abzufräsen oder abzutragen ist kein Thema mehr. Die Hochbau-Arge verfüllt stattdessen Edelsplitt zwischen der Gefällebetonschicht und den 24 Zentimeter dicken Stahlbetonplatten. "Die Arge baut zurzeit auf eigenes Risiko weiter", beschreibt Udo Lauersdorf den Sachstand. Noch dauerten die Verhandlungen über die Gewährleistungsdauer und die Sicherung der Gewährleistungen durch Versicherungen oder Bürgschaften an.

Knapp in der Zeit ist die Stadt auch bei der Bebauung des Wupperparks Ost zwischen dem Köbohaus und Brausenwerth. Dort sollen der neue Infopavillon und das Café Cosa gebaut werden. Auch dort muss aufgrund der Verträge mit den Investor Signature Capital der Bau bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Diese Arbeiten - so die Stadt -werden nicht ins Budget eingerechnet. Sichtbare Fortschritte macht das fünfstöckige Geschäftsgebäude, das Signature Capital für Primark baut.

Quelle: RP
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