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Wuppertal
Hunderte verfolgen die erste Tagfahrt

Wuppertal. Von Vohwinkel aus startete die neue Schwebebahn in strahlendem Hellblau zu zwei Runden durch die Stadt. Einige Kindertagesstätten waren in voller Stärke erschienen, um die Premiere mitzuerleben. Ein kurzes Vergnügen. Von Jeanette Nicole Wölling

In strahlendem Hellblau leuchtet die neue Schwebebahn bei ihrer ersten Tagesfahrt durch die neue Heimat. Damit machte sie dem bedeckten Himmel Konkurrenz, der gelegentlich die Sonne durchscheinen ließ. Da es trocken und warm war, hatten sich zum offiziellen Start um 9 Uhr zahlreiche Schaulustige nicht nur in der Haltestelle Vohwinkel eingefunden, sondern auch davor. Sie alle wollten die erste Tagesfahrt der neuen Schwebebahn live miterleben. Einige Kindergärten waren in voller Stärke gekommen, um sich das einmalige Schauspiel anzuschauen.

Die evangelische Elterninitiative Rubensstraße hatte den Ausflug spontan organisiert. "Die neue Schwebebahn war schon die ganze Zeit Thema im Kindergarten. Das liegt daran, dass die Vohwinkeler Kinder mit der Schwebebahn aufwachsen", berichtete Einrichtungsleiterin Claudia Scharpenack.

Durch Zufall waren Jungen und Mädchen der evangelischen Kindertagesstätte Schlüssel beim Start der neuen Bahn dabei. "Wir machen einen Ausflug in den Zoo", sagte Erzieherin Jessica Enderlin. Keine Minute zu früh waren die 18 Kinder eingetroffen, da fuhr die neue Schwebebahn um 9.05 Uhr vom Depot in die Haltestelle ein. Spontan klatschten die Kleinen in die Hände. "Boah, die sieht ja ganz anders aus", staunte ein Fünfjähriger, während seine Freunde teilweise mit offenen Mündern das hellblaue Fahrzeug mit der riesigen Panoramescheibe am Heck betrachteten.

Knapp eine Minute stand die Schwebebahn in der Haltestelle, dann ging es los - zweimal durch Wuppertal. Techniker und andere Verantwortliche von WSW und Hersteller waren an Bord. Zuschauer durften nicht einsteigen.

Für diese eine Minute stand André Fey schon seit 8.30 Uhr in Vohwinkel. Der 20-Jährige liebt Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs und fotografiert sie seit seinem zehnten Lebensjahr. "Das ist mir einfach in die Wiege gelegt worden, Fotos vom ÖPNV zu machen", meinte er. Da durfte sich der Solinger den Start einer neuen Generation von Schwebebahnen natürlich nicht entgehen lassen.

Für private Fotobücher und -kalender war Ralf Höherbach auf Motivsuche. Da kam die erste Tagesfahrt gerade richtig: "Ich habe ganz viele Bilder von den alten Bahnen. Da brauche ich natürlich auch welche von der neuen", konstatierte er. Als "Zugewanderter" aus dem Oberbergischen habe er allerdings keine enge Bindung zur Schwebebahn: "Das ist eben ein Fahrzeug."

Anders ging es da Klaus Delorette. Der Rentner hat früher bei den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) am Ausbau des Schwebebahngerüsts mitgearbeitet. Für ihn war es "Tag X", der Tag, an dem die neue Wagengeneration zum ersten Mal im Hellen fährt. "Das möchte ich schon von Anfang an mitmachen", gestand er. Die Nachtfahrt habe er bereits mit Bildern festgehalten.

Zu den überwiegend männlichen Zuschauern gesellte sich Tanja Wichelhaus. "Ich fahre sehr oft mit der Schwebebahn und finde die neue schöner und moderner." Die Vohwinkelerin schoss mit ihrem Handy Fotos. "Die verschicke ich gleich an Freunde auch außerhalb von Wuppertal."

Einen Namen für die neue Schwebebahn hat Lucia D'Armento-Sahin erfunden: Schwuppi. Da sie Schwuppi nicht selbst bestaunen kann, ist ihr Mann, Ümit Sahin, nach Vohwinkel gekommen. "Dann kann meine Frau sie auf Fotos auch sehen. Schließlich hat sie ein Buch über Schwuppi geschrieben." Das Kinderbuch beschreibe, erzählte Sahin, wie die kleine Bahn, die in Valencia gebaut wurde, nach Wuppertal komme und hier viele Abenteuer erlebe.

Original-Schwuppi meisterte seine beiden Runden ohne Zwischenfälle und war um 11.30 Uhr zurück im Depot. In den nächsten Wochen soll der neue Gelenktriebwagen immer wieder - auch tagsüber - durch das Wupper-Tal schweben.

Quelle: RP
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