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Wuppertal
Immer weniger Hebammen arbeiten in der Geburtshilfe

Wuppertal: Immer weniger Hebammen arbeiten in der Geburtshilfe
FOTO: Fries, Stefan
Wuppertal. Katharina Sobolewski (31) wusste schon mit 15 Jahren, was ihr Traumberuf ist: Hebamme. Weil sie in ihrer Straße immer am Praxisschild einer freiberuflichen Hebamme vorbeikam, machte sie dort ihr Schulpraktikum. "Das hat mich so fasziniert." Jetzt hat sie sich nebenberuflich selbstständig gemacht. Aber die Geburtshilfe, spart sie dabei aus: Zu hoch wären die Versicherungskosten. Sie konzentriert sich auf Vor- und Nachsorge.

In den vergangenen Jahren sind die Gebühren für eine Berufshaftpflicht enorm gestiegen, mehrere tausend Euro werdend dafür im Jahr fällig, wenn eine Hebamme auch Geburten begleitet. Die Versicherungen müssen für Schadenersatzensprüche nach Geburtsfehlern aufkommen. Die Hebammen protestieren dagegen, dass sie diese Kosten allein tragen müssen und hatten auch teilweise Erfolg: Inzwischen übernehmen die Krankenkassen einen Teil davon. Trotzdem ziehen sich viele aus der Geburtshilfe zurück. Genaue Zahlen gibt es dazu nicht. Beim Gesundheitsamt sind für Wuppertal 148 Hebammen gemeldet, davon 44 freiberufliche und 42 nebenberuflich arbeitende. Doch wie viele davon Geburten betreuen, wird nicht erfasst. Der Landesverband der Hebammen NRW hat eine Erhebung in Auftrag gegeben, Ergebnisse werden in zwei bis drei Jahren erwartet.

Beim Hebammen-Netzwerk Bergisches Land, zu dem sich rund 40 Hebammen zusammengeschlossen haben, ist zu erfahren, dass sie inzwischen nur noch der Hälfte der Frauen, die nach einer Hebamme fragen, helfen können. "Es wird immer schwerer, Hebammen zu vermitteln", sagt Sigrid van Essen. Kolleginnen hörten auf, kehrten zurück in ihre Erstberufe. Oder zögen eine Festanstellung in Kliniken vor. Wer nur mit Nachsorge Geld verdiene, müsse entsprechend viel arbeiten. Auch Katharina Sobolewski arbeitet noch Teilzeit im Helios-Klinikum.

(kati)
 
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