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Wuppertal
Nach Suizid: Anzeige gegen Ronsdorfer JVA-Leiterin

Wuppertal. Die Gefangenen-Gruppierung Kollektiv Knastschaden hat gegen die Leiterin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Ronsdorf Anzeige erstattet. Wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage bestätigte, wird Katja Grafweg der fahrlässigen Tötung bezichtigt. Sie habe Mitschuld am Freitod eines 17-jährigen Untersuchungsgefangengen am 11. Juni. Der Vorwurf wird nun von der Staatsanwaltschaft überprüft.

Der Vorsitzende von Knastschaden, André Moussa Schmitz, hat nach eigenen Angaben auch Anzeige gegen weitere Mitarbeiter des Jugendknasts gestellt. "Ich behaupte, dass die Kontrollen alle zehn Minuten nicht eingehalten worden sind", teilt er mit. Dass dem Jugendlichen zwar Schnürsenkel und Gürtel abgenommen worden seien, nicht aber sein Bettzeug, mit dem er sich dann erhängt hat, sieht Schmitz als Indiz dafür, "dass der Tod des jungen Menschen" vermeidbar gewesen sei.

Erst vor wenigen Wochen hatte in der JVA ein Häftling einen Mitgefangenen umgebracht. Kurz vorher hatte sich eine Beamtin im Jugendgefängnis das Leben genommen.

(jnw)
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