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Wuppertal
Neue Schwebebahn: Es läuft nicht rund

Wuppertal: Neue Schwebebahn: Es läuft nicht rund
Die himmelblauen Bahnen sind Symbole der Aufbruchstimmung in Wuppertal - doch es gibt noch einige ungelöste Probleme. FOTO: Andreas Fischer
Wuppertal. Im ersten Betriebsjahr werden bei der himmelblauen Modellreihe einige Schwachstellen erkennbar. Wagen 3 wies einen "Bremsplatten" auf. Derzeit kann höchstens mit Tempo 40 gefahren werden. Die Stadtwerke bitten um Geduld. Von Andreas Boller

Erst vor wenigen Tagen wurde die Schwebebahn mit dem Stadtmarketingpreis 2017 ausgezeichnet. Damit würdigte die Jury des Wuppertaler Wirtschaftspreises ihre herausragende Bedeutung für die Stadt. Symbol für die Aufbruchstimmung im Tal sind die neuen himmelblauen Wagen, von denen nach der Preisverleihung eine mit dem Logo des Marketingpreises durch die Stadt schwebt. Doch die Freude über die neue Modellreihe ist nicht ungetrübt, wie Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH, bei der Verleihung der Auszeichnung eingestand.

"Bei Schwebebahnen besteht nun einmal nicht die Möglichkeit, sie wie neue Automodelle in Schnee und Eis auf hunderttausenden Kilometern in skandinavischen Wäldern zu testen", sagte Jaeger, der gemeinsam mit WSW-Vorstand Andreas Feicht in der Glashalle der Stadtsparkasse den Preis entgegennahm.

Die Stadtwerke bitten um Geduld, allerdings gehen die Probleme über sogenannte Kinderkrankheiten hinaus. Und das heizt die Gerüchteküche an. So meldeten sich bei dieser Zeitung immer wieder besorgte Schwebebahnfans, die in der Wagenhalle Oberbarmen zwei stillgelegte neue Bahnen entdeckt haben wollten. "Das sind die Schwebebahnwagen 12 und 13 der neuen Generation für die noch keine Betriebserlaubnis vorliegt", erklärt WSW-Sprecher Holger Stephan. Nach einem Zwischenfall auf der Strecke zwischen den Stationen Pestalozzistraße und Westende am 19. Mai, bei der eine neue Bahn das Gerüst touchierte, war die Lieferung der Bahnen aus Spanien vorläufig gestoppt worden. Seitdem sind die Bahnen mit maximal Tempo 40 unterwegs. Nach Umstellung auf das neue Betriebssystem soll mit Tempo 60 ein Zweiminuten-Takt möglich sein. Doch das neue Betriebssystem kann erst eingeführt werden, wenn alle Wagen ausgetauscht sind.

Da die Ursache für die Kollision der neuen Bahn mit dem Gerüst noch nicht feststeht, werden keine neuen Wagen mehr von der technischen Überwachungsbehörde abgenommen. Bis zur Klärung werden aus Spanien gelieferte Bahnen daher keine Betriebserlaubnis erhalten. "Ab dem ersten Quartal 2018 werden aber wieder Bahnen aus Valencia im gewohnten Rhythmus geliefert und in Vohwinkel montiert", kündigte Holger Stephan an.

Für den mehrwöchigen Ausfall von Wagen 3 der neuen Modellreihe gibt es einen anderen Grund. Der Schwebebahnwagen hing für dreieinhalb Wochen in der Werkstatt, weil ein sogenannter Höhenschlag repariert werden musste. Eine zu starke Bremsung hatte eine Unwucht der Räder verursacht, die sich bei der Fahrt durch Ruckeln und lautes Holpern bemerkbar machte. Die Reparatur habe länger gedauert, da ein dafür benötigtes Zwischenumschlagsgleis nicht frei gewesen sei. "Elf neue Wagen fahren, Wagen 3 wurde in der Zwischenzeit nicht benötigt, da war keine Eile geboten. Die anderen neuen Wagen werden im normalen Rhythmus gewartet, so Holger Stephan. 70 000 bis 80 000 Kilometer haben einige der neuen Bahnen bereits zurückgelegt, bis auf wenige Ausnahmen störungsfrei. Nach Informationen dieser Zeitung soll es aber auch Probleme mit den Rädern von Wagen 1 geben.

Um den Fahrgästen der Schwebebahn eine bessere Sicht auch bei Regenwetter zu ermöglichen, wurde in der neuen Modellreihe eine Belüftung beziehungsweise Klimaanlage eingebaut. Manchem Fahrgast ist es zu kalt in den neuen Bahnen. "Die Temperatur wurde inzwischen von 17 auf 18 Grad im Herbstmodus erhöht", sagt Stephan. Entgegen anders lautender Gerüchte sei die Temperatur in den Bahnen sehr wohl regulierbar.

Quelle: RP
 
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