| 00.00 Uhr

Wuppertal
Neue Wache: Die Zeit wird knapp

Wuppertal. Die Polizei muss bis Ende 2017 aus dem Köbo-Haus am Döppersberg ausziehen. Bis dahin soll eine neue Immobilie in zentraler Lage angemietet und umgebaut werden. Zurzeit werden von der Polizei mehrere Angebote geprüft. Von Andreas Boller

Ende 2017 laufen die Mietverträge im Köbo-Haus aus. Eine der betroffenen Mietparteien ist die Polizei, die bei der Suche nach einem neuen Standort für ihre Döppersberg-Wache noch nicht fündig geworden ist. "Die Entscheidung soll bis zum Oktober oder November 2016 gefallen sein, denn bis zum 1. Januar 2018 müssen wir ausziehen", sagt Polizeisprecherin Hanna Meyerratken.

Die Zeit wird knapp: Das Köbo-Haus hat den Besitzer gewechselt. Der Investor Signature Capital, der auf dem Döppersberg zurzeit mit Hochdruck das fünfstöckige Geschäftshaus für die Modekette Primark baut, will im Köbo-Haus Geschäfte einrichten. Daher wurden die bestehenden Mietverträge frühzeitig gekündigt.

Dass die Döppersberg-Wache ersatzlos geschlossen wird und die Wache Hofkamp ihre Aufgaben übernimmt, schließt Meyerratken kategorisch aus. Das sei aber nicht erst seit den jüngsten Anschlägen und Amokläufen in Bayern so vorgesehen. "Die aktuellen Entwicklungen haben unsere Planungen nicht beeinflusst. Wir haben von vorneherein erklärt, dass wir mit der neuen Wache in der Nähe des alten Standortes bleiben werden."

"An einem Brennpunkt wie dem Döppersberg muss die Polizei dominant auftreten", fordert der Landtagsabgeordnete Rainer Spiecker (CDU) und hofft auf schnelle Lösungen. Spiecker hatte die Idee einer Bahnhofswache als Ergänzung zur Polizeiwache zur Diskussion gestellt und einen Brief an NRW-Innenminister Ralf Jäger geschrieben. Jeweils ein Beamter der Bundes- und Landespolizei sowie ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes könnten sich die Aufgaben teilen, so der Vorschlag. Von der Antwort Jägers ist Spiecker enttäuscht. "Der Minister hat lediglich zugesagt, den Vorschlag zu prüfen", so Spiecker.

Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher bezweifelt, dass sich die Idee umsetzen lässt. Sie verweist auf unterschiedliche Bundes- und Landesvorschriften und die Probleme einer gemeinsamen Finanzierung.

Ende 2018 soll der Umbau des Verkehrsknotenpunkts Döppersberg abgeschlossen sein und viele Passanten zusätzlich anlocken. Da spielt die Sicherheitsfrage eine wichtige Rolle. Die bestehende Wache im Köbo-Haus deckt die Alte Freiheit, die Fußgängerzone, den Döppersberg und den Hauptbahnhof ab. Politiker von SPD und CDU hatten die Polizei daher aufgefordert, einen möglichst zentralen neuen Standort zu wählen, um rund um die Uhr präsent zu sein. Zurzeit sondiert die Polizei Mietangebote. Sie müssen mit den Preisvorstellungen des NRW-Innenministeriums in Einklang gebracht werden. Das ist nicht unproblematisch in einer begehrten, teuren Innenstadtlage.

Das Angebot der Stadt, die Polizeiwache mit dem Café Cosa in einem Neubau im Wupperpark Ost am Brausenwerth unterzubringen, hatte die Polizei abgelehnt, weil sie nicht bis Ende 2018 auf die Fertigstellung warten wollte. Radermacher hatte sich zudem gegen den Bezug eines Zwischenquartiers mit dem Hinweis auf die vielfältigen logistischen Herausforderungen ausgesprochen. So werden für die Wache rund 340 Quadratmeter benötigt, es muss eine Arrestzelle vorhanden sein und Kellerräume, in denen Schusswaffen gelagert werden können. Zudem muss ein Streifenwagen vorfahren können.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wuppertal: Neue Wache: Die Zeit wird knapp


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.