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Wuppertal
Peter Hintze - ein streitbarer Mensch mit Haltung

Wuppertal. Wuppertals Politiker reagieren erschüttert auf den Tod des 66-jährigen Christdemokraten. Ein Kondolenzbuch liegt aus. Von Lothar Leuschen

Wuppertals CDU steht unter Schock. Auch Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) musste nach der Nachricht vom Tode Peter Hintzes zunächst um Worte ringen. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages und langjährige Wuppertaler Bundestagsabgeordnete für die CDU war am Samstagabend nach langer, schwerer Krebserkrankung im Alter von 66 Jahren gestorben.

"Mir ist Peter Hintze namentlich 1986 erstmals begegnet", sagte Mucke. Er sei damals "Zivi" gewesen. "Und Peter Hintze war der Bundesbeauftragte für den Zivildienst." In seiner Zeit als Kommunalpolitiker habe er den Wuppertaler Bundestagsabgeordneten als einen "streitbaren Menschen mit Haltung" erlebt. "Peter Hintze hatte immer eine klare Meinung und er war ein Christ." Seine Gedanken seien bei der Familie des Verstorbenen. Hintze hinterlässt seine Frau und den gemeinsamen Sohn.

Für Wuppertals CDU ist der Tod ihres wichtigsten Vertreters ein tragischer Verlust. "Das ist eine Lücke, die wir so schnell nicht schließen können", sagte der Vorsitzende der Wuppertaler Christdemokraten Rainer Spiecker. "Er war eine der herausragenden Persönlichkeiten in der deutschen Politik. Und er hat viel für Wuppertal getan. Peter Hintze hatte sein Herz an diese Stadt verloren."

"Über 26 Jahre hat Peter Hintze im Deutschen Bundestag die Interessen der Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger vertreten", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt. "Trotz seiner zahlreichen bundespolitischen Verpflichtungen hatte er stets die Anliegen seines Wuppertaler Wahlkreises fest im Blick. Ob ICE-Halt in Wuppertal, Förderung der Bergischen Universität und jüngst die umfangreiche Förderung des Tanztheaters Pina Bausch - Wuppertal konnte sich immer auf Peter Hintze verlassen. Er bleibt für uns Vorbild als ein Politiker, der stets Durchsetzungskraft mit menschlichem Anstand verband." Nutznießer dieser Leidenschaft des gebürtigen Honnefers für Wuppertal war unter anderem die Junior Uni. "Er hat seit Jahren leidenschaftlich um Unterstützung für die Junior Uni geworben", sagte deren Gründer Ernst-Andreas Ziegler. "Das werden wir ihm nie vergessen." Zudem habe Hintze in Berlin ebenso leidenschaftlich für die finanzschwachen deutschen Kommunen gekämpft.

Humor hatte Hintze auch. Gefragt, was er denn mache, wenn Helmut Kohl ihm den Stuhl des Generalsekretärs vor die Tür stelle, liebäugelte er spaßeshalber mit einer Karriere als Pfarrer auf der winzig kleinen Hallig Hooge. So weit kam es nicht. Kohl verließ die politische Bühne, Hintze blieb, wirkte als parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und wurde später ins Präsidium des Bundestages gewählt.

Die CDU Wuppertal legt aus Anlass des Todes von Peter Hintze ein Kondolenzbuch in ihrer Geschäftsstelle, Lindenstraße 6-8, aus.

Quelle: RP
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