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Wuppertal
So fährt die Seilbahn über Wohngebiete

Wuppertal. Die Wuppertaler Stadtwerke stellen in den nächsten Wochen ein von einer Remscheider Firma hergestelltes 3D-Modell aus, das den geplanten Trassenverlauf für die Verbindung von Hauptbahnhof über Uni auf Küllenhahn veranschaulicht. Von Katharina Rüth

Leuchtend blau sind die Minigondeln, kleiner als Zuckerwürfel, die über der weißen Landschaft schweben. Die beginnt am Hauptbahnhof, zeigt die Südstadt und die Cronenberger Straße, Uni und Unihalle und reicht bis zur möglichen Bergstation der Seilbahn auf Küllenhahn. Mit dem Modell im Maßstab 1:1000 wollen die Stadtwerke (WSW) den Wuppertalern zeigen, wie die Seilbahn (geschätzte Kosten 50 Millionen Euro) in der Landschaft verlaufen würde. Das ist ein weiterer Baustein der Informations-Kampagne der WSW.

"Den Trassenverlauf kann man besser an einem Modell erkennen als auf Karten", erklärt Projektleiterein Sabine Schnake von den WSW. "Man sieht, wie sie sich in die Landschaft einfügt, wie die Größenverhältnisse sind. Man sieht auch, dass wir uns bemüht haben, möglichst viel Freifläche zu nutzen."

Hergestellt hat das Modell eine Remscheider Firma anhand amtlicher Karten mit einem 3D-Drucker. Der Drucker spritzte Schicht für Schicht ein Gemisch aus Gips und Polytethylen auf. Zwei Wochen dauerte es, bis Hügel und Häuser standen. Stützen, Stationen und Gondeln wurden eingefügt - sie sind sogar etwas größer als der Maßstab verlangt, weil es technisch nicht anders möglich war.

Einige Häuser wurden nachträglich ergänzt, da sie in den Karten noch nicht vorhanden waren. Sie sind an der blassgrünen Farbe zu erkennen. Dazu gehören die Einfamilienhäuser an der Cläre-Blaeser-Straße. Über dieses kleine Neubauviertel führen die schwarzen Bindfäden direkt hinweg. Hier wohnen die Menschen, die sich gegen das Projekt wehren und die Bürger-Initiative "Seilbahnfreies Wuppertal" gegründet haben.

Auf Handzetteln haben die WSW Daten und Fakten zur möglichen Seilbahn aufgelistet. Und auf einem weiteren Zettel dürfen Besucher ihre Meinung zu dem Projekt äußern und in diese eine bereitgestellte Box werfen. Zwei Wochen lang wird das Modell im Elberfelder Mobi-Center der WSW am Wall stehen, dann zieht es ins Barmer Rathaus und dann ins Barmer Mobi-Center. Jeweils donnerstags werden Ansprechpartner anwesend sein.

Die ersten Besucher haben das Modell schon besichtigt. "Es könnte bunter sein", findet Norbert Wawrzik. "Dann könnte man noch besser erkennen, wo Häuser sind und wo es grün ist." Ihm gefällt die Idee der Seilbahn: "Das ist schon eine Attraktion für Wuppertal." Es seien ja auch nur wenige Häuser, über die die Seilbahn hinwegfahre. Seine Frau sagt: "Ich kann aber die verstehen, die darunter wohnen."

Die Stadtwerke haben zudem eine Kommunikationsagentur beauftragt, mit einer Umfeldanalyse ein Stimmungsbild zu erstellen. Diese befragte 30 Multiplikatoren, analysierte die Berichterstattung in der Presse und in den Sozialen Netzwerken im Internet. "Das war ein buntes Bild", so Sabine Schnake. Gut angekommen sei die frühe Information, auch bei denen, die dem Projekt skeptisch gegenüber stehen. Insgesamt sei die Stimmung positiv.

Quelle: RP
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