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Wuppertal
So hoch sollen die Mauern werden

Wuppertal: So hoch sollen die Mauern werden
Carsten Bröcker demonstrierte, wie hoch 5,50 Meter sind. FOTO: Anna Schwartz
Wuppertal. Bei einer Radtour zeigte die BI Kleine Höhe das Ausmaß des Forensik-Baus. Von Friedemann Bräuer

Landwirt Carsten Bröcker war mit seinem Trecker zum Standort der geplanten Forensik auf der Kleinen Höhe getuckert und hatte den Frontlader mit einem anhängenden Tuch fünfeinhalb Meter hochgefahren. Er wollte so zeigen, wie hoch die Mauern werden sollten, die den Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter umgeben und damit den Blick in die einzigartige Landschaft versperren würden.

Dieses "Mahnmal" war der erste angefahrene Punkt der Radtouren, zu denen die Bürgerinitiative jetzt eingeladen hatte. Auf drei verschiedenen Strecken wollten die Gegner der Bebauung darauf aufmerksam machen, wie wichtig ihr der letzte zusammenhängende Grüngürtel zwischen Wuppertal und Velbert-Neviges ist. Ein Gebiet, das umfangreiche Bachsysteme wie den Hardenberger Bach, den Deilbach und die Düssel einschließlich des großen Artenreichtums an Pflanzen und Tieren umfasst. Gut 100 Mitglieder der Initiative, Anwohner und Interessenten hatten sich am Treffpunkt an der Nevigeser Straße versammelt. "Wir sind vor allem gegen eine Forensik hier bei uns vor der Haustür", sagte Jürgen Kleinschmidt, der mit seiner Frau Elke und Töchterchen Celina in die Pedale trat. "Wir werden alles für unsere Sicherheit tun und bis zum Schluss kämpfen", so Elkes Ansage.

Angelika Behr von der Initiative betonte: "Wir sind der Meinung, dass so eine Forensik am besten auf einer schon versiegelten Industriebrache aufgehoben ist. Und wir möchten auch nicht, dass man uns gegen den ebenfalls ins Auge gefassten Standort Lichtscheid und seine Bewohner ausspielt." Uwe Teubner befürchtet: "Wenn erst einmal eine Forensik hier steht, dann wird das nach Salamitaktik Zug um Zug zu einem Industriegebiet ausgeweitet." Carsten Bröcker sagt: "Ich bin generell dagegen, dass die Nahrungsmittelproduktion einer Flächenversiegelung weichen muss."

Die Zeit drängt, denn die Offenlegung des Flächennutzungsplans endet am 8. September, und bis dahin sollen nach Willen der Initiative noch möglichst viele Bürger ihren Protest kundtun.

Quelle: RP
 
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