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Wuppertal
Stadion soll Strom für Zoo liefern

Wuppertal. Die Stadt prüft, ob eine Solaranlage auf dem Tribünendach wirtschaftlich ist. Die Energiebilanz des Grünen Zoos soll verbessert werden. Derzeit verbraucht allein das Vogelhaus jährlich so viel Strom wie sechs Grundschulen. Von Andreas Boller

Der Grüne Zoo Wuppertal verbraucht im Jahr so viel Strom, Wasser und Gas wie eine Kleinstadt. Mit der aktuellen Energiebilanz wollen sich Zoodirektor Arne Lawrenz und Hans-Uwe Flunkert, Chef des Gebäudemanagements (GMW), nicht zufriedengeben. Deshalb prüfen sie auch unkonventionelle Ideen. Ein Konzept sieht eine Solaranlage auf dem Dach der Haupttribüne des Stadions am Zoo vor, die über eine Leitung Strom in den Zoo liefert.

"Ob das Solardach gebaut wird, hängt von der Wirtschaftlichkeit ab. Die wird zurzeit geprüft. Der Standort für eine Photovoltaikanlage auf dem Tribünendach ist günstig, besonders wenn mit dem erzeugten Strom nicht nur das Tribünengebäude, sondern auch der Zoo als großer Dauerabnehmer versorgt werden kann", sagt Hans-Uwe Flunkert. "Dann würden sich die Investitionen rechnen."

Im gesamten Zoologischen Garten an der Hubertusallee sieht Flunkert ein enormes Energiesparpotenzial, denn viele der Gebäude sind Jahrzehnte alt und entsprechen nicht mehr den energetischen Anforderungen. "In den vergangenen zehn Jahren haben wir den Energieverbrauch in Schulen und anderen städtischen Gebäuden um rund 30 Prozent senken können", beschreibt Flunkert die positiven Folgen einer konsequenten energetischen Sanierung. Der Energieverbrauch des Vogelhauses mit der Freifluganlage für die Kolibris entspreche zum Beispiel dem von sechs sanierten Grundschulen. Das Vogelhaus an wurde in den 1990er Jahren gebaut.

"Wir heizen bisher mit unserem Aquarium halb Wuppertal. Das wird sich ändern, wenn das Aquarium im Zuge des Umbaus der Zoosäle zum Fuhlrott-Campus neu konzipiert wird", sagt Arne Lawrenz. Zahlreiche ältere Gebäude müssten energetisch überprüft werden. "Wir wollen nicht nur Energiekosten sparen, sondern auch unserem ökologischen Anspruch als Grüner Zoo gerecht werden", so Lawrenz. Der Bau eines Blockheizkraftwerks sowie die Nutzung von Erdwärme sollen ebenfalls geprüft werden.

Doch es sind nicht allein die großen baulichen Maßnahmen wie das Solardach auf der Stadiontribüne oder das Blockheizkraftwerk, die für eine bessere Energiebilanz sorgen sollen. "Alle Mitarbeiter sind dazu angehalten, zu überprüfen, wo wir sorgsamer mit dem Energieverbrauch umgehen können. Wir wollen mehr Zähler aufstellen, um eine Bestandsaufnahme des Verbrauchs in den Revieren zu ermöglichen. Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass die Elefanten nachts auch bei Mondschein unterwegs sind und dafür keine Festbeleuchtung brauchen", sagt der Zoodirektor.

Der Clou einer energetischen Sanierung, die auf einen Zeitraum von zehn Jahren angelegt ist, wäre jedoch die Solaranlage auf der Haupttribüne als zusätzliche Energiequelle. "Eine Einspeisung ins Netz würde sich wegen der gesunkenen Einspeisevergütung nicht lohnen, aber wir könnten über eigene Grundstücke eine Leitung direkt vom Stadion in den Zoo verlegen", sagt Christian Gleim, Leiter des Energie-Umweltmanagements des GMW. Nach den Sommerferien soll feststehen, ob und wie die Energiewende im Stadion und im Zoo umzusetzen ist.

Quelle: RP
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