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Wuppertal
Suzanne Kettig tritt bei der SPD gegen Andreas Bialas an

Wuppertal. Sie sind ein eingeschworenes Team, die SPD-Landtagsabgeordneten Dietmar Bell, Andreas Bialas und Josef Neumann. Jetzt hat sich eine Frau gemeldet, die das Trio sprengen will: Suzanne Kettig (47) bewirbt sich als SPD-Landtagskandidatin im Wahlkreis Elberfeld - und macht damit Andreas Bialas den Platz streitig.

Schon länger sei sie zur Kandidatur gedrängt worden, sagt die Lehrerin. Gern hätte man sie auch als Bundestags-Kandidatin gesehen, seit Manfred Zöllmer seinen Abschied ankündigte. "Aber ich will nah der Heimat bleiben", sagt Suzanne Kettig.

Ein Grund ist Enkel Collin (3), den sie betreut. Ihre Tochter wurde jung Mutter, macht jetzt eine Ausbildung zur Krankenschwester. Ihr das zu ermöglichen, war Suzanne Kettig wichtig. Sie selbst hatte damals gerade ins zweite Berufsleben starten wollen, ihr Referendariat als Lehrerin für katholische Religion und Sozialwissenschaft abgeschlossen. Zuvor war sie in der Altenpflege tätig. Noch ist sie "in Omazeit", wie sie sagt. Aber wenn Collin in die Kita geht, hat sie mehr Zeit für Politik.

"Mein großer Schwerpunkt sind Kinder", sagt sie mit Nachdruck. Kinderarmut, die sie als Praktikantin bei der Tafel gesehen hat, treibt sie um. Mehr Geld und Personal fürs Jugendamt fordert sie. Für Integration setzt sie sich ein. Mit spanischer Mutter aufgewachsen, lernte sie erst zum Schulstart Deutsch. "Ich weiß, wie es ist, nichts zu verstehen." Daher sollten Flüchtlinge so schnell wie möglich Sprachunterricht erhalten und mehr begleitet werden. Ihr drittes Thema ist die Gleichstellung: "Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit" sei nicht erreicht. Die Verschärfung von Sexualstrafrecht und Stalkingparagraf reichen ihr nicht. Sie ist für eine Frauenquote in der Partei, "sonst kriegen wir das nicht hin".

(kati)
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