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Wuppertal
Trägerverein will in Immanuelskirche investieren

Wuppertal. Hochzeiten, Abschlussbälle und Bridge-Turniere, Kammerkonzerte, Kabarett und Treffpunkt für den Stadtteil Oberbarmen: Eine bunte Mischung hat das Kulturzentrum Immanuelskirche schon jetzt in seinem Programm. In den kommenden Jahren soll das Angebot noch vergrößert werden, um weitere Einnahmen zu generieren.

Damit sich entsprechend viele Mieter finden, will der Trägerverein in die ehemalige Kirche selbst und das dazugehörige Obendiek-Haus investieren. 150 000 Euro sind für Heizung, Fenster und Technik im Gespräch. Das ist für einen Verein, der immer noch die 2012 abgeschlossene Sanierung der Kirche abbezahlen muss, viel Geld.

Doch es gibt finanziell mehrere Lichtstreife am Horizont. Die Unterstützung kommt gerade rechtzeitig. Noch vor wenigen Wochen wollte der Trägerverein "die Reißleine ziehen", wie Schatzmeister Wolfgang Fehl berichtet. "Das alte Pfarrhaus stand leer und es floss keine Miete. Die Zinsen aus unserer Altschuld belasteten uns, die Spenden sind weniger geworden."

Dann kam die Rettung: Für das denkmalgeschützte Pfarrhaus fand sich ein Käufer. "Es handelt sich um einen Privatmann, der es umbauen und Wohnungen daraus machen möchte", weiß Fehl. Mit dem Erlös kann der Trägerverein seine Altschulden begleichen; Kosten von 11 000 Euro jährlich fallen weg. Nun wäre der Verein theoretisch schuldenfrei. Aber: "Unser strukturelles Defizit beläuft sich auf 46 000 Euro im Jahr", sagt der Vorsitzende, Wolfgang Günther. Die Summe steht in einem Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat - ihr ist daran gelegen, die Immanuelskirche in Betrieb zu halten: Würde das Kulturzentrum vor 2026 schließen, müssten 3,5 Millionen Euro an Fördergeldern zurückgezahlt werden.

30 000 Euro Betriebskostenzuschuss erhält der Trägerverein daher nun für zwei Jahre von der Kulturverwaltung. "Haushaltsneutral" werde dieses Geld bereitgestellt, sagt Kulturdezernent Matthias Nocke. "Zusätzlich gibt es weiter 12 000 Euro vom Kulturbüro." Das Geld sei als Mietkostenzuschuss zu sehen, damit Vereine die Räume günstiger anmieten könnten. Weitere 50 000 Euro hat Nocke an Spenden eingeworben. "Außerdem hat die Sparkasse uns eine Förderung über 30 000 Euro zugesagt", ergänzt Till Söling vom Vereinsvorstand. Mit weiteren Spenden soll es gelingen, ohne neuen Kredit zu investieren.

(jnw)
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