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Wuppertal
Trasse als Vorbild für Radschnellwege

Wuppertal. "Mobilität aus eigenen Kräften": Die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte ließ Politiker und Stadtplaner von der Mirke nach Wichlinghausen radeln. Die Stadt konnte sich dabei von ihrer besten Seite präsentieren. Von Andreas Boller

Im vergangenen Jahr führte die Exkursion der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS) Politiker und Stadtplaner nach Kopenhagen, das einen großen Ruf als Fahrradstadt genießt. Jetzt war die Nordbahntrasse in Wuppertal eines der Etappenziele der AFGS. Bei herrlichem Wetter konnten es die Gäste kaum abwarten, bis es vom Bahnhof Mirke per Fahrrad zum Trassencafé in Wichlinghausen ging.

Begrüßt wurde die rund 20-köpfige Gruppe - unter ihnen eine Reihe von Landtagsabgeordneten - von Lutz Eßrich, stellvertretender Vorsitzender der Wuppertalbewegung. Zuvor hatten sich die Teilnehmer bei der Fahrradausleihe der Utopiastadt mit fahrbaren Untersätzen eingedeckt. Lutz Eßrich berichtete den Gästen über den Verein Wuppertalbewegung, der auf 1300 Mitglieder und rund 3000 Unterstützer bauen kann, und die Entstehung der Trasse. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Mirker Bahnhofs und der Rheinischen Strecke gab Eßrich die Trasse frei für die Fahrt in Richtung Wichlinghausen.

"NRW-Minister Groschek bezeichnet die Nordbahntrasse immer wieder einmal als die Blaupause für die geplanten Radschnellwege. Doch ich denke, dass vielen dieser Projekte ein wenig der Charme der Trasse fehlt. Es sollen schnelle Verbindungen zwischen A und B geschaffen werden, aber unsere Trasse ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig gerade der Freizeitcharakter ist", sagt Lutz Eßrich.

Thomas Semmelmann ist Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs NRW. "Ich war hier schon eimal unterwegs, aber ich möchte die Trasse intensiver kennenlernen", sagt er. Die Exkursionen auf Einladung der AGFS sieht er als gute Gelegenheit, Landtagsabgeordnete und Mitarbeiter der Landesministerien mit den Projekten zur Mobilität "aus eigenen Kräften" vertraut zu machen. "Auf unserem Programm steht heute im Anschluss noch der Besuch eines Bewegungsparks in Hamm", verrät Thomas Semmelmann. Die Eindrücke, die von den Teilnehmern der Exkursion aus Wuppertal mit in die politischen Gremien genommen werden, dürften durchweg positiv sein. Die Stadt präsentierte sich von ihrer besten Seite. Und die Stimmung auf der Trasse, am Bahnhof Mirke oder im Café am Wicked Woods hätte nicht sommerlicher und entspannter sein können.

"Wer weiß, wenn irgendwann einmal diese Radschnellwege mit ganz neuen Standards gebaut sind, sind wir nicht mehr das Vorzeigemodell, sondern hängen hinten dran", sagt Lutz Eßrich mit einem Augenzwinkern. Doch bis dahin werden noch viele Gäste staunend über die Trasse radeln. Wie jüngst auch NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, die sich nach dem Besuch der Bergischen Universität aufs Fahrrad setzte, um Wuppertal von einer ganz anderen Seite zu erkunden.

Quelle: RP
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