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Wuppertal
Uhrenmuseum Abeler kann digital besucht werden

Wuppertal. Vor vier Monaten schloss das Museum des Elberfelder Uhrenhändlers Abeler. Es gab einen letzten großen Ansturm auf die Ausstellung bei 24 Stunden Live, nachdem in den Jahren vorher die Besucher nach und nach weggeblieben waren. Es schien, als würde vielen Wuppertalern erst klar, was sie da hatten, als es zu spät war.

Auch Christian Stüben war nie im Uhrenmuseum. Bis zu jenem Septembertag. Der 55 Jahre alte IT-Fachmann hat die Ausstellung dann aber doch noch besucht - eine Stunde lang. Ganz alleine. Ausgestattet mit zwei Kameras. Denn Stüben macht Fotos von Orten und baut daraus Panorama-Rundgänge. Christian Stüben hatte in der Zeitung gelesen, dass das Museum schließt. "Dann habe ich bei Henrick Abeler nachgefragt, ob ich kommen und Bilder machen dürfte." Nach der letzten Führung bekam er eine Stunde Zeit, bevor die knapp 1200 Ausstellungsstücke verpackt und an ein Auktionshaus verschickt wurden. Jetzt ist das Ergebnis im Netz. "Das ist vielleicht ein kleiner Trost, für die Wuppertaler, die das Museum nicht mehr besuchen können", hofft Stüben.

Wer die Seite von Hüben besucht, kann digital ab sofort wieder durch den Keller des Uhrenhändlers gehen. An mehreren Punkten können die Besucher Halt machen und sich umsehen - in 360 Grad. Hüben hat dazu Fotos mit einer Spiegelreflexkamera gemacht. Von jedem Punkt aus drei in jeder Himmelsrichtung: eins unterbelichtet, eins korrekt belichtet und eines überbelichtet. So konnte er ideale Aufnahmen erzeugen, aus denen er am Ende eine virtuelle Kugel erzeugt - den Raum, in dem sich die Besucher bewegen können.

Spannend wird es dann, wenn es ins Detail geht. Denn Stüben konnte noch mit seiner kleinen Spezialkamera das Innenleben einiger größerer Uhren fotografieren. Wer sich in eine Uhr klickt, fühlt sich wie ein Zwerg, der sich zwischen riesige Zahnrädern verirrt hat. Eine Perspektive, die es im Museum selbst nicht gegeben hat. Auch für Henrick Abeler, Inhaber des Juwelier- und Uhrenhandels, ist es "schön zu sehen". Er kann sich vorstellen, noch ein paar Erklärtexte zu den wichtigsten Exponaten zu liefern. So hätte das virtuelle Museum von Christian Stübe sogar noch einen Mehrwert gegenüber der bisherigen Ausstellung. Das neue Museum ist im Internet unter www.360.haifischbar.de zu erleben.

(ecr)
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