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Wuppertal
Unfall bremst Schwebebahn-Pläne

Wuppertal. Am 19. Mai hat einer der neuen blauen Schwebebahnwagen zwischen den Stationen Pestalozzistraße und Westende das Gerüst gestreift. Da die Ursache bisher nicht gefunden wurde, werden vorerst keine Bahnen aus Spanien geliefert. Von Andreas Boller

Bis zur Klärung eines Zwischenfalls am 19. Mai, den die WSW erst jetzt bekanntgaben, haben die Stadtwerke die Lieferung neuer Schwebebahnen aus Valencia gestoppt. Im Berufsverkehr war um 17.11 Uhr eine der neuen Bahnen zwischen den Stationen Pestalozzistraße und Westende an zwei Stellen in einem Abstand von 21 Metern mit dem Gerüst in Berührung gekommen. Nach Angaben der WSW bestand keine Gefahr für die Fahrgäste. Der Wagen 10 wurde leicht beschädigt, am Gerüst gab es Kratzer.

"Laut Plan hätte es nicht zu dieser Berührung kommen dürfen. Das ist ein Vorfall, den wir und der Hersteller sehr ernst nehmen", sagt Ulrich Jaeger, Geschäftsführer von WSW mobil. Beim Kontakt wurde der Deckel des Bremszylinders abgerissen. Das Teil ist etwa so groß wie eine Schachtel für ein Handy. Da die Fehlersuche sowohl am Gerüst als auch an allen Schwebebahnwagen bisher ohne Erfolg blieb, sind die Konsequenzen noch nicht abzusehen.

Bis auf Fahrzeug 10 sind alle anderen Bahnen in Betrieb - darunter zehn der neuen Generation. Fahrzeug 10 wird demontiert, um die Fehlersuche fortzusetzen. Zwei bereits ausgelieferte Fahrzeuge kommen zunächst nicht auf die Schiene. Wagen der älteren Generation werden vorläufig nicht mehr außer Betrieb genommen. Ende 2018/Anfang 2019 sollte der Austausch mit 31 neuen Fahrzeugen abgeschlossen sein. Diesen Zeitplan können die Stadtwerke nicht einhalten.

Grundsätzlich sind die Stadtwerke mit der neuen Fahrzeuggeneration zufrieden. Bis auf Kinderkrankheiten und Probleme mit der Software, die zu Betriebsstörungen führten (siehe Kasten), seien die himmelblauen Bahnen zuverlässig. "Fahrzeug 3 hat seit dem 18. Dezember 40 000 Kilometer zurückgelegt. Wir lasten die Wagen bewusst stark aus, um mögliche Probleme früh zu erkennen und rechtzeitig abstellen zu können", sagt Michael Krietemeyer, Technischer Leiter der Schwebebahn.

Der Zwischenfall gibt den Technikern der Schwebebahn allerdings Rätsel auf. Die Bahn war zum Zeitpunkt des Unfalls zwischen 50 und 60 Stundenkilometer schnell, es lagen keine extremen Wetterbindungen vor. "Die neuen Bahnen sind für Tempo 60 ausgelegt. Sie beschleunigen schneller als die alten Modelle, daher sind die Fliehkräfte größer", sagt Ulrich Jaeger, der wie Michael Krietemeyer vermutet, dass sich kleinere Probleme zu einem größeren addiert haben. "Das ist keine einfache Fehlersuche, daher gehen wir davon aus, dass der Lieferstopp für die neuen Bahnen nicht Tage, sondern Wochen dauern könnte", so Ulrich Jaeger.

Es gibt technische Einrichtungen wie den Pendelbegrenzer, die Kontakte zwischen Bahn und Gerüst ausschließen sollen. Die sogenannten Pendelbegrenzer lassen Neigungen nur bis 15 Grad zu, haben sich seit Jahrzehnten bei Wind und Wetter bewährt. Tägliche Sichtkontrollen und kurze Wartungsintervalle sollen zudem sicherstellen, dass an den Bahnen keine Teile lose sind oder überstehen. Die WSW-Experten suchen daher die Gründe woanders.

Quelle: RP
 
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