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Wuppertal
Weihnachtsbäckerei auf italienische Art
Wuppertal: Weihnachtsbäckerei auf italienische Art
Alexandra und Gaetano Falcone backen jeden Tag ihre italienischen Spezialitäten frisch – teilweise nach eigenen Rezepten. In ihrem Café gibt es auch ein paar Sitzplätze, wo man ein italienisches Frühstück einnehmen kann. Nächstes Jahr soll die Backstube erweitert werden. FOTO: jürgen moll
Wuppertal. Panettone ist der typische italienische Kuchen, den es zu Weihnachten gibt. Im Schaufenster der Konditorei Dolce & Falcone liegen ein Dutzend Panettone und warten mit Namensschildchen darauf, abgeholt zu werden. Damit immer Nachschub an Panettone da ist, stehen Gaetano Falcone und seine Mitarbeiter morgens um vier Uhr auf und gehen in die Backstube. Weihnachten ist die Hochzeit für die italienische Konditorei, die seit 1999 typisch italienische Süßwaren in Wuppertal verkauft. Längst hat sich der Laden mit angeschlossenem kleinen Café auch einen Namen über die Stadt hinaus gemacht. Von Marion Meyer

"Am Anfang kamen nur Italiener hierher. Doch mittlerweile machen sie nur noch 50 Prozent der Kundschaft aus", erzählt Falcone, der 15 Leute inklusive Aushilfen in dem Familienbetrieb beschäftigt: Auch sein Vater und seine Frau Alexandra stehen regelmäßig mit in der Backstube am Rott. Die Kunden schätzen es, dass man direkt vom Verkaufsraum in die Backstube blicken kann. "Sie beobachten gerne, wie wir Pralinen machen", sagt der deutsch-italienische Konditormeister.

Er legt wert auf frische Produkte, Fertigzutaten kommen ihm nicht unter die Finger. Deshalb schätzten die Kunden auch seine hübsch anzusehenden und leckeren Kuchen und Plätzchen – und natürlich den Panettone mit Mandeln und kandierten Früchten, die er extra aus Sizilien importiert. "Sie kleben nicht so an den Zähnen: Man schmeckt sie, aber man merkt sie nicht so im Mund", erklärt Falcone, der selbst aus Sorrent an der Amalfiküste stammt.

Sein Panettone Veneziano habe nichts mit den industriell gefertigten Kuchen zu tun, die man im Supermarkt bekommt. Zwischen zehn und 20 Euro muss man für so eine runde, kuppelförmige Backware bezahlen. Viele Firmen bestellen bei ihm Panettone und Plätzchen als Kundengeschenke zu Weihnachten.

Die Glastheke mit ihrer bunten Auslage sieht aus wie ein Traum aus Kindheitstagen: Hier liegen etwa 50 verschiedene Pasticcini (Petit Fours) in allen Farben und Formen. Ob Accopiata Ripiena alla Cioccolata (Gebäck mit gehackten Nüssen und Schokoladencreme) oder das Mandelgebäck Pasticceria di Mandorla – schon die Namen klingen verlockend. 60 Cent pro Stück kosten die kleinen Backwerke, wenn man sie mit nach Hause nimmt. Wer sie im Laden zum Kaffee verzehrt, zahlt 20 Cent Aufschlag. Kiloweise wird es günstiger.

Viele der Küchlein sind mit Mandeln und Marzipan gemacht. Die Rezepte stammen wie Falcone aus der Mitte Italiens, dort, wo "das Herz der Konditorei" schlägt, wie er stolz sagt. Aber der Konditor bemüht sich, auch Spezialitäten aus anderen Landesteilen seiner Heimat anzubieten. Und er kreiert gerne neue Küchlein. Ob er die auch selbst gerne isst? "Natürlich", sagt er lachend und zeigt auf seinen Bauch.

Mandelplätzchen äße man in Italien im Winter wie im Sommer. Ein sommerliches Gebäck sei ein Butter-Mandel-Küchlein, das mit einer speziellen Aprikosenmarmelade aus Neapel verfeinert wird – "die schmecken besonders gut, wenn es warm ist". Da immer mehr Kunden danach fragen, will er bald auch Backkurse anbieten. Dafür muss nächstes Jahr erstmal die Backstube vergrößert werden – wenn der vielbeschäftigte Konditor dafür die Zeit findet. Momentan arbeitet er bis in die Nacht hinein. Der Teig bestimme seinen Rhythmus, sagt der Italiener. Je nach Außentemperatur zieht der Hefeteig für den Panettone länger oder kürzer. "Alles Frische braucht seine Zeit." Und wenn Weihnachten vorbei ist, kommen bald schon wieder die Vorbereitungen für Ostern. Dann gibt es Colomba, das typische Osterbrot.

Quelle: RP
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