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Wuppertal
Weihnachtskugel erzürnt Künstler

Wuppertal. Die Umgestaltung des Kugelbrunnens am Werth stößt auf herbe Kritik.

Seit nicht einmal einer Woche steht die illuminierte Weihnachtskugel am Werth, doch schon jetzt muss die Immobilien-Standort-Gemeinschaft (ISG) Barmen-Werth wegen des umgerüsteten Kugelbrunnens herbe Vorwürfe einstecken. Das von Friederich Werthmann geschaffene Werk werde durch das illuminierte Geflecht in seiner Bedeutung "veralbert", kritisiert der Assistent des Künstlers, Hartmut Witte. Die Umwandlung der Skulptur sei eine "Beleidigung" für den nun 88-jährigen Künstler.

Zugleich moniert Witte, dass sich die ISG nicht mit Werthmann abgesprochen habe. "Mit Ihrer Umdeutung verletzen Sie in eklatanter Weise das Urheberrecht", wirft er den Verantwortlichen vor. Zudem drohe das Kunstwerk durch die gewählten Materialien "nicht unerheblich" beschädigt zu werden. So könnte die Oberfläche des Kugelbrunnens durch das Geflecht angekratzt werden und anfangen zu rosten.

Bei der ISG gesteht man Versäumnisse ein. "Wir haben vorab nicht den Kontakt zu dem Künstler gesucht. In der Hektik der Planungen hatten wir das leider vergessen", sagt Geschäftsführer Thomas Helbig. Er habe bereits mit Witte gesprochen und werde auch noch ein Schreiben an Werthmann schicken.

Dass die ISG mit der Installation das Kunstwerk veralbern wolle, weist Helbig zurück. Es sei darum gegangen, eine zusätzliche Attraktion in der Barmer City zu schaffen. Beim Martinszug sei die illuminierte Kugel bei Eltern und Kindern gut angekommen. Mit der Aktion habe man das Kunstwerk "aufwerten wollen". In der dunklen Jahreszeit wirke der Brunnen "jetzt anders".

Rechtlich wird Witte derzeit nicht gegen die Umgestaltung vorgehen. "Ich warte jetzt erst einmal die weitere Diskussion ab." Er gehe aber von einer einmaligen Aktion aus.

(bos)
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