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Wuppertal
Weitere Messerattacke in Barmen

Wuppertal: Weitere Messerattacke in Barmen
In Barmen wurde am Samstagabend ein 53-Jähriger schwer verletzt. Nach dem tödlichen Angriff in Elberfeld durchsuchten SEK-Kräfte umliegende Gebäude. FOTO: dpa
Wuppertal. Nach dem tödlichen Angriff am Freitag in Elberfeld sind zwei Jugendliche in U-Haft. Hintergrund soll ein Streit zwischen Familien sein. Am Samstag wurde in Barmen ein 53-Jähriger schwer verletzt. Dort ging es wohl um Geldforderungen.

Nach der tödlichen Messerattacke am späten Freitagmittag in Elberfeld kam es am Samstagabend erneut zu einer Auseinandersetzung mit einem Messer, diesmal in Barmen: Vor einem Bistro an der Berliner Straße wurde gegen 19.20 Uhr ein 53-Jähriger lebensgefährlich verletzt. Die beiden Taten haben nach Polizeiangaben nichts miteinander zu tun.

Im Zusammenhang mit der tödlichen Messerattacke am Freitag sitzen inzwischen zwei Jugendliche, 14 und 16 Jahre alt, in Untersuchungshaft. Weiter gesucht werden zwei 23 und 29 Jahre alte Männer.

In einem Geschäft am Kipdorf waren am Freitag gegen 14.45 Uhr zwei Brüder niedergestochen worden, der ältere (31) wurde dabei tödlich verletzt, der jüngere (25) musste auf der Intensivstation behandelt werden. Die Polizei, darunter auch angeforderte Sondereinsatzkräfte, durchsuchte mehrere Gebäude in der Umgebung.

Am späten Freitagabend stellten sich dann die beiden Jugendlichen bei der Polizei. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelt es sich bei den mutmaßlichen Angreifern um Jugendliche aus Syrien. Sie sollen seit etwa einem Jahr in Wuppertal leben und polizeibekannt sein.

Ein terroristischer Hintergrund kann nach derzeitigem Stand der Ermittlungen ausgeschlossen werden. "Letztlich war das wohl ein Streit zwischen den Familien", erklärte Staatsanwalt Torsten Meyer gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. Die beiden Opfer stammen nach Angaben der Polizei aus dem Irak. Der 25-Jährige ist mittlerweile außer Lebensgefahr.

Am Samstag wurden die Jugendlichen einem Haftrichter vorgeführt und sitzen nun in Untersuchungshaft. Die Ermittler suchen aber noch weiter nach zwei 23 und 29 Jahre alten Männern, die mit der Tat in Verbindung gebracht werden. Dabei hoffen die Ermittler auch auf weitere Zeugenhinweise (siehe Kasten).

"Die Jugendlichen haben sich freiwillig gestellt. Aber die Beweislage ergibt eindeutig, dass sie es nicht allein gewesen sein können", sagte dazu Staatsanwalt Torsten Meyer. Von den Gesuchten sei einer mit den Jugendlichen verwandt, der andere freundschaftlich mit ihnen verbunden.

Dem Messerangriff in Barmen am Samstagabend soll ein Streit vorausgegangen sein. Gegen 19.20 Uhr soll ein 42-Jähriger vor dem Bistro an der Berliner Straße ein Messer gezogen und mehrfach auf seinen Kontrahenten (53) eingestochen haben. Das Opfer erlitt dabei lebensbedrohliche Verletzungen.

Zwei Personen konnten den Messerstecher dann so lange festhalten, bis die Polizei am Tatort eintraf. Auch hier sollen sich Opfer und Täter gekannt haben. "Der Beschuldigte hatte wohl finanzielle Forderungen an das Opfer, die dieses nicht akzeptierte", erklärte Staatsanwalt Torsten Meyer zum mutmaßlichen Hintergrund. Er bestätigte noch einmal, dass es keinen Zusammenhang zwischen den beiden Taten gibt, die jeweils mit Messern verübt worden sind.

Der 42-jährige Tatverdächtige sitzt nun ebenfalls in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erlassen.

(dpa/AFP/kati)
 
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