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Wuppertal
Wer folgt auf Intendantin Susanne Abbrederis?

Wuppertal. Stadt und Bühnen-Aufsichtsrat haben jetzt in einer dürren Erklärung die Trennung bestätigt. Von Lothar Leuschen

Am Ende geht es immer nur noch ums liebe Geld. Susanne Abbrederis hat sich offenbar außerstande gesehen, die Konsequenzen aus dem Actori-Gutachten zu ziehen. Es empfiehlt gegen leere Kassen bei Oper, Orchester und auch Schauspiel: mehr einnehmen durch mehr spielen. Dem mochte die Intendantin nicht folgen. Also geht sie. In einer dürren Erklärung gab das Schauspiel Wuppertal die Trennung von Susanne Abbrederis bekannt. Es bestätigte damit einen ersten Bericht vom Mittwoch.

"Das ist etwas, das es an Stadttheatern schon einmal gibt", sagt der Geschäftsführer der Bühnen GmbH, Enno Schaarwächter. Ein normaler Prozess. Die Verträge des Ensembles seien gesichert. Abbrederis, die vor zwei Jahren aus Wien nach Wuppertal gekommen ist, geht nicht sofort. Sie soll die gerade begonnene und durchgeplante Spielzeit zu Ende bringen. Beobachter schließen aber auch nicht aus, dass die Intendantin Wuppertal vorzeitig verlässt. Die Spielzeit könnte rein theoretisch auch ohne Abbrederis absolviert werden.

Aber was kommt nach der Intendantin, die sich mit dem Lasker-Schüler-Stück "Die Wupper" im vergangenen Jahr weit über Wuppertal hinaus einen Namen gemacht hat? "Mit dem Aufsichtsrat ist vereinbart, dass wir nach den Herbstferien über das Verfahren zur Suche nach einem Nachfolger informieren werden", sagt Kulturdezernent Matthias Nocke (CDU). Mehr sagt er nicht. Alle Beteiligten hätten sich darauf verständigt, "keine weiteren Erklärungen zu diesem Vorgang" abzugeben.

Dabei sind noch wichtige Fragen offen. Wird die Stelle dauerhaft besetzt oder zunächst nur für die zwei Jahre, die Abbrederis früher aus ihrem Vertrag aussteigt? Sind interne Lösungen denkbar, oder muss die neue Intendanz von außerhalb nach Wuppertal kommen? Und was ist mit der Forderung der Linken im Stadtrat? Sie erinnerte Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) nach Bekanntwerden des bevorstehenden Abschieds von Abbrederis daran, dass er versprochen habe, den sogenannten Deckel von der Finanzierung der Bühnen zu nehmen. Sprich: Sie fordert mehr Geld für das Personal.

Offen ist außerdem, wann der Oberbürgermeister den innerhalb seiner Partei längst beschlossenen Wechsel in den Aufsichtsrat der städtischen Bühnen GmbH vollzieht. Noch ist seine Parteigenossin Ursula Schulz Vorsitzende des Gremiums.

Das Ende der Ära Abbrederis sehen Freunde des Schauspiels mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sie habe bewiesen, dass sie eine sehr gute Dramaturgin sei. Aber eine Intendanz brauche auch Fähigkeiten eines Geschäftsführers. Die fehlten Abbrederis.

Quelle: RP
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