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Wuppertal
Werthmann: "Ich bin mit dem Stahl einig geworden"

Wuppertal. Er hat viele Begabungen, ist in der Welt der Sprachen, der Musik und der Kunst zuhause. Und doch machte er nach dem Abitur eine Maurerlehre, die ihm erlaubte, seiner Leidenschaft für bildende Kunst zu frönen. Das ist bald 70 Jahre her. Friederich Werthmann, am 16. Oktober 1927 in Barmen geboren, wurde einer der bedeutendsten abstrakten Bildhauer und Plastiker der deutschen Kunst nach 1945. Seit vielen Jahren lebt er mit seiner Frau, der Fotografin Maren Heyne, in Düsseldorf-Kaiserswerth.

So manche Werke gehören zum Tal, so wie der Werther Kugelbrunnen. "Das Verhältnis von Elberfeld und Barmen ist ja bekanntlich schwierig, ich habe die Brunnenkugel in zwei Hälften geteilt, die Löcher in den Wänden haben, aus denen sie sich gegenseitig mit Wasser anspritzen." Sein Lieblingsmaterial ist der Stahl, "ich bin mit dem Stahl einig geworden", sagt er lächelnd und weist darauf hin, dass er anfangs alle möglichen Materialien - Holz, Stein, Beton - ausprobiert habe, wie es sich für einen Autodidakten gehöre. "Er erlaubt mir ziemlich genau das, was ich möchte."

Ziel und Anlass seines Strebens: "Ich wollte etwas mit den Händen formen, das dann ins Spirituelle transportiert wird." Dieses spirituelle Abenteuer fasziniere ihn noch heute. "Das Risiko wird erfreulich groß", sagt er lebhaft. Lehrauftragsangebote habe er dagegen stets abgelehnt, weil diese eine risikofreie und uninteressante Tätigkeit bedeutet hätten.

Rund 800 Skulpturen hat Werthmann insgesamt geschaffen, die höchste ist 17 Meter groß, die kleinste misst nur wenige Zentimeter. Hat man nach so einem schaffensreichen Leben überhaupt noch Wünsche zum runden Geburtstag? "Ruhe wäre schon schön", sagt Friederich Werthmann lächelnd.

(mw)
 
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