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Wuppertal
"Wir sind im Zoo, nicht in der Natur"

Wuppertal. Im Wuppertaler Zoo haben Elefanten und Pfleger einen direkten Kontakt. Von Jeanette Nicole Wölling

Die Wuppertaler und ihre Elefanten im Zoo haben eine besondere Beziehung. Kaum eine Tierart zieht so viele Besucher an. In vielen anderen Zoos halten Pfleger inzwischen Abstand zu Elefanten. Doch in Wuppertal haben Mensch und - zumindest die weiblichen - Elefanten weiter direkten Kontakt. Sogar die männlichen Jungtiere lassen sich von Menschen anfassen.

"Das ändert sich erst, wenn sie geschlechtsreif sind. Dann sehen sie auch uns Pfleger als Konkurrenz", sagt Jörn Karger. Er gehört zum fünfköpfigen Team der Elefantenpfleger. Mit dem einzigen Bullen der Herde gehen sie anders um: "Mit Tusker haben wir geschützten Kontakt durch Gitter", sagt er. Acht Elefanten leben derzeit im Grünen Zoo. Den direkten Kontakt mit den Tieren findet Jörn Karger wichtig, um ihnen mehr Abwechslung zu bieten und sie besser zu pflegen. "Es gibt aber auch einige europäische Zoos, die nach der Philosophie von ,no contact' arbeiten", sagt Karger. Der Gedanke dahinter sei, dass die Tiere - wie in der Natur - für sich sein sollen. "Aber wir sind hier nicht in der Natur, sondern in einem Zoo."

Dass die Versorgung der Dickhäuter einfacher ist, wenn sie die Pfleger an sich heranlassen, ist verständlich. Doch wie schafft man es, dass Moyo sich abschrubben lässt? Mit Belohnung, verrät Pflegerin Vanessa Hagedorn. Klein geschnittenes Brot gebe es, wenn ein Elefant seine Trainingseinheit erfolgreich absolviert habe. "Elefanten sind Gewohnheitstiere", sagt ihr Kollege Gustav Röckener. Daher hätten die Wuppertaler Elefanten einen festen Tagesablauf, der morgens mit einem Gesundheitscheck beginnt und an kalten Abenden mit dem Schließen des Tors zum Außengelände endet.

Quelle: RP
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