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Wuppertal
WSW: Mehr Anlagen verpachten

Wuppertal. Die Stadtwerke hatten sich größeren Anklang von ihrem Angebot versprochen.

Die Wuppertaler Stadtwerke haben seit Oktober vergangenen Jahres ein Pachtangebot für Photovoltaik-Anlagen im Programm. Bisher haben sie aber erst zwei Verträge abgeschlossen. "Wir hatten uns natürlich mehr erhofft", sagt WSW-Sprecher Holger Stephan, "gerade weil wir bisher knapp 300 Beratungsgespräche zu dem Thema hatten." Aktuell seien noch 32 Angebote raus, bei denen die Stadtwerke auf Antworten warten.

Das Angebot soll eine Art "Rundum-Sorglos-Paket" sein. Die Stadtwerke kümmern sich dabei um die Installation, Inbetriebnahme, Wartung und Reparatur der Photovoltaikanlage. Diese pachten die Verbraucher für 18 Jahre und zahlen monatlich einen festen Betrag dafür ab. Wie hoch er ist, hängt von einigen Faktoren wie dem Stromverbrauch, der Neigung und Ausrichtung des Daches ab. Die Werte lassen sich online eingeben, woraufhin ein Angebot erstellt wird.

Stephan sieht darin einen Mangel im Angebot. "Bisher war es ausschließlich als Online-Angebot ausgelegt. Das wollen wir künftig ändern." Der WSW-Sprecher sagt, das Pacht-Angebot solle noch einmal neu ausgerichtet und beworben werden. Generell, so vermutet Stephan, resultiere die fehlende Nachfrage aus der aktuellen Wirtschaftslage. "Die Kunden kaufen sich die Anlagen lieber selbst. Immerhin bekommen sie für Erspartes keine Zinsen, und Kredite sind günstig." So sei der Bedarf an kleinen Ratenzahlungen an die WSW nicht gegeben.

Stefan Nagazi, Energie-Experte der Verbraucherzentrale NRW sagt, das Angebot der WSW sei eigentlich nur etwas für Leute, die nicht so viel Geld auf einmal ausgeben oder keinen Kredit für eine Anlage aufnehmen wollten - und gerade die fehlen den WSW derzeit. Zudem geht Nagazi davon aus, dass das Angebot der Stadtwerke auf lange Sicht deutlich teurer ist, als sich selbst eine Anlage zu kaufen. Zumal die Steuererklärung und die Einspeisung überschüssigen Stromes ins Netz trotzdem von den Kunden übernommen werden müssten. "Der Papierkram bleibt derselbe", sagt der Experte. Er rät dazu, mindestens drei Angebote von Fachfirmen einzuholen und mit einem Steuerberater zu sprechen.

(ecr)
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