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Wuppertal
WSW: Überschuss trotz des Millionengrabs im Norden

Wuppertal. Der Klotz am Bein heißt Kohlekraftwerk Wilhelmshaven, an dem die Wuppertaler Stadtwerke seit 2008 zu 15 Prozent beteiligt sind. Die Beteiligung am Kraftwerk bescherte den WSW allein 2015 einen Verlust von vier Millionen Euro. Strom wird in Zeiten des Ausbaus regenerativer Energien in Deutschland im Überfluss produziert. Stromerzeuger, die auf fossile Brennstoffe setzen, fahren Verluste ein, weil die Preise zum Teil nicht einmal die Kosten decken.

37 Millionen Euro an Rückstellungen haben die WSW gebildet, um die Verluste des Kraftwerks in Wilhelmshaven in den kommenden Jahren ausgleichen zu können. Aus ihrer Beteiligung am Kohlekraftwerk wollen die WSW nicht aussteigen. "Das wäre mit Riesenkosten verbunden", sagt der WSW-Vorstandschef Andreas Feicht. Er geht davon aus, dass das Üplster reicht. Bis 2020 hofft Feicht auf eine Bereinigung des Marktes. "Es wäre aus unserer Sicht positiv, wenn die Kohlepreise wieder steigen würden. Dann würde zwar auch der Betrieb in Wilhelmshaven teuerer, aber dann würden die alten, ineffektiven Kohlekraftwerke von ihren Betreibern schneller vom Netz genommen", so Feicht. Das Kraftwerk Wilhelmshaven sei hingegen flexibler steuerbar und habe einen höheren Wirkungsgrad, mache also mehr Energie aus der Kohle. Dieses Kraftwerk werde auch 2040 noch als Übergangslösung gebraucht, glaubt Feicht.

Seit Jahren gleichen die WSW die Defizite im ÖPNV durch Gewinne aus der Versorgungssparte aus. "Das vorläufige Jahresergebnis für 2015 weist ein Plus von sechs Millionen Euro auf. Wir haben somit den Verlust in Wilhelmshaven mehr als nur ausgleichen können", sagt Andreas Feicht. Das Defizit beim ÖPNV sei auf 45 Millionen Euro gesenkt worden.

(ab)
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