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Wuppertal
Wupper-Theater feiert 25-jähriges Bestehen

Wuppertal. Zum Jubiläum wird "Die glorreichen Sieben gegen den Hai" wieder aufgenommen. Premiere ist morgen. Von Michael Bosse

Trotz ihres jungen Alters sind Derya und Irmak Ertopcu sowie Atilla Avcu schon so etwas wie Profis in der Jugendgruppe des Wupper-Theaters. Derzeit sind die beiden Schwestern und Atilla mit Proben zu dem Stück "Die glorreichen Sieben gegen den Hai" beschäftigt. Das Stück hat morgen um 18 Uhr im Internationalen Begegnungszentrum der Caritas, Hünefeldstraße 54a, Premiere. Dort steht eine weitere Vorstellung am 6. Dezember um 17 Uhr an.

Atilla spielt die Rolle des Hais, der in dem Stück den Bösewicht gibt. Seit zehn Jahren ist der mittlerweile 18-Jährige schon in der Jugendgruppe des Theaters aktiv, die beiden Schwestern Ertopcu sind auch seit zehn beziehungsweise acht Jahren dabei. "Unsere Familie hatte schon immer ein starkes Interesse am Theater", erzählt Derya. Es mache einfach Spaß, "andere Rollen zu spielen und das Publikum zu unterhalten", sagt die 16-Jährige. Und ihre zwei Jahre ältere Schwester freut sich über die "Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen" aus verschiedenen Kulturen. Verschiedene Kulturen auf eine Bühne bringen - das ist sozusagen die Kernidee des 1991 gegründeten Wupper-Theaters: Vor allem die deutsche und die türkische Kultur sollten zunächst ein gemeinsames Forum bekommen. Zwischenzeitlich kamen weitere Kulturen und Sprachen dazu. In diesem Jahr feiert das Theater sein 25-jähriges Bestehen. Passend zum Jubiläum wird ein Stück aufgeführt, das eines der ersten war, das von dem Theater gezeigt wurde: damals unter dem Titel "Sieben gegen den Hai". Zum 25. Geburtstag wird das Stück von Meray Ülgen in bearbeiteter und gekürzter Form wieder aufgenommen - jetzt als Jugendstück, in dem zwölf Kinder und Jugendliche agieren.

Die Story: Ein Hai hat den Austern die Perlen gestohlen. Die Muscheln müssen sich nun mit anderen Meeresbewohnern zusammentun, um dem gefährlichen Raubfisch die Perlen wieder abzuluchsen. "Es geht darum, zu zeigen, wie ein Problem spielerisch und nicht mit Gewalt gelöst werden kann", erklärt Lilay Huser, eine der vier Gründungsmitglieder des Wupper-Theaters.

Zudem präsentiert das Stück einen überraschenden Ausgang: Der Hai wird nicht besiegt oder unterworfen, sondern in die Gruppe integriert. Das Thema "Interkulturalität" wird auf der Bühne vorgelebt - ein schönes Beispiel, wofür das Wupper-Theater steht. Barbara Krott, Leiterin des Theaters, sieht auch vor dem Hintergrund des Flüchtlingswelle ihr Ensemble da in einer Vorreiterrolle.

Mittlerweile sei das Thema Migration aber auch stärker in den öffentlich geförderten Theater angekommen, sagt die gelernte Bühnen- und Kostümbildnerin. "Da hat sich ganz viel verändert!" Das Wupper-Theater geht überdies in Kindergärten und Schulen und bietet dort Workshops an. Zudem organisiert das Ensemble seit 2002 unter dem Titel "Auftritt: Beruf!" Kurse, bei denen Schüler aus Zuwandererfamilien das richtige Auftreten bei Bewerbungsgesprächen lernen können. Die Workshops werden in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Zentrum für Integration, Bildung und kulturelle Vielfalt durchgeführt. Mehr gibt zum Theater gibt es im Internet auf: www.wuppertheater.kulturserver-nrw.de

Quelle: RP
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