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Wuppertal
Wupper: Vom Abwasserkanal zum Lebensraum

Wuppertal. "Die Entwicklung der Wupper von 1800 bis heute - vom toten Fluss zur Lebensader": So heißt die Seminararbeit einer Studentin an der Pariser Universität für Politikwissenschaften. Die gebürtige Wuppertalerin Verena Flues hat sich an ihre Heimatstadt und deren Fluss erinnert, als es in Umweltgeschichte darum ging, wie Mensch und Natur in Beziehung treten und wie sich diese Beziehung entwickelt.

"Ich wusste von der Wupper nicht viel, nur, dass sie früher als bunter oder schwarzer Fluss bezeichnet wurde", sagt die 26-Jährige. Daher habe sie viel recherchieren müssen. "Das Schwierige war, dass ich sehr unter Zeitdruck stand und dafür nicht nach Wuppertal kommen konnte."

Also musste sie alles per Mail oder telefonisch erledigen oder Andere um Hilfe bitten. "So habe ich beispielsweise meine Mutter ins Museum für Frühindustrialisierung geschickt, damit sie dort Fotos für mich macht", erzählt Verena Flues, die inzwischen ihren Abschluss in der Tasche hat. Ganz begeistert ist die Wahl-Pariserin von der Hilfsbereitschaft der Wuppertaler. Ihre Leistung, sich viele Quellen zu besorgen, habe der Dozentin gut gefallen.

"In der Zeit der Frühindustrialisierung gab es eine Bevölkerungsexplosion. Den Preis bezahlte die Wupper, die zum Abwasserkanal wurde", sagt Flues. Tausende Menschen seien an Typhus und Cholera erkrankt. Zwischen 1930 und 1980 habe ein erstes Umdenken stattgefunden. Flues nennt es "Die Zeit der großen Ingenieursprojekte". Der Wupperverband wurde gegründet, Talsperren, aber auch Kanalisation und Kläranlagen entstanden. Ab 1980 kam der Umweltgedanke hinzu. "Heute ist die Wupper wieder Teil des städtischen Lebens", schlussfolgert Verena Flues. Mehr auf: www.neue-ufer-wuppertal.de

(jnw)
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