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Wuppertal
Die Weihnachtswelt am Schloss Lüntenbeck

Wuppertal. Wer durch den steinernen Torbogen geht und den Schlosshof betritt, der ist plötzlich in einer anderen Welt. Einer, in der klassische Musik erklingt, es nach Zimt, Glühwein, gebratenen und gebackenen Köstlichkeiten duftet, und eine, in der es die unterschiedlichsten Dinge, fast ausschließlich handgefertigt stilvoll und in hoher Qualität zu kaufen gibt. Der Lüntenbecker Weihnachtsmarkt nimmt Stammgäste und neue Besucher sofort gefangen, und für die weihnachtliche Atmosphäre werden auch die fünf Euro Eintrittspreis gelassen in Kauf genommen. Von Friedemann Bräuer

Das sieht auch Besucherin Brigitte Schulz so, die auf die sozialen Projekte verweist, denen neben ebenso wie dem Lüntenbecker Schloss der Obolus am Eingang zugutekommt. 135 Stände sind auf dem Schlosshof und neben dem ehrwürdigen Gebäude so aufgebaut, dass auch bei gutem Besuch keine drangvolle Enge herrscht.

Weihnachtsdekoration, Mützen, Flöten aus Bambus, Körbe aus Madagaskar und Marokko, Patchwork-Arbeiten, Schmuck aus edlen Steinen, Gehäkeltes und Gemaltes, Lustiges wie die Guten-Morgen-Gute-Nacht-Wendepuppe für 15 Euro. Und wer Wärmendes aus Alpaka-Wolle erwirbt, der kann auch gleich deren Lieferanten, zwei vierbeinige Andenbewohner, mit ihren putzigen Wuschelfrisuren bewundern.

Die Tiere sind ein Anziehungspunkt für die Jüngsten. Für sie hält der Lüntenbecker Weihnachtsmarkt außerdem alljährlich den Kiepenkaspar bereit, der in sein Drachenhorn tutet und Klein und Groß in seinen Bann zieht.

Eine Attraktion ist sicher auch das Basteln von Bogen und Streitäxten, bei dem der Vohwinkeler Schreiner Wilhelm Humberg in seinem Zelt ein "Kinder-Magnet" ist. Da wird mit Feuereifer geschmirgelt und gebohrt.

So manche Eltern überlassen dem freundlichen Tischler für eine Stunde ihre Sprösslinge, um in Ruhe schauen, kaufen und vor allem genießen zu gehen. Denn das kulinarische Angebot ist vielfältig. Es gibt Feuerfleisch vom westfälischen Ochsen, Baumstriezel aus Siebenbürgen, vietnamesische Spezialitäten, Pfanzkuchen (benannt nach Oliver Pfanz, der 1976 zum ersten Mal in der Lüntenbeck buk) neben Bekanntem wie Reibekuchen, Currywurst, Kaffee und Kuchen. Und wer etwas für andere tun will, kann Leckeres und Nützliches an den Ständen mehrerer Organisationen erwerben, die ihren Erlös für einen guten Zweck verwenden.

Die Parksituation hat sich nach Auskunft von Jürgen Müller, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, merklich entspannt. "Die vom Schloss gekaufte Einbahnstraße wird gut angenommen", sagt er. Der Parkplatz an der Industriestraße habe schon bei anderen Veranstaltungen für Entastung gesorgt. Und das absolute Halteverbot am Schloss führe ebenso dazu, dass sich die Lage beruhigte: "Der Busverkehr wird nicht mehr behindert." Natürlich sei es weiterhin voll, aber "es ist eben Weihnachten."

Quelle: RP
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