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Wuppertal
Wuppertalerin ist Gastgeberin im Deutschen Haus

Wuppertal. Veranstaltungskauffrau Julia Kuntze-Braun organisiert mit zwei Kolleginnen die Abläufe bei Olympia in Rio de Janeiro. Von Dominique Schroller

Jubelnde Athleten mit der Goldmedaille um den Hals und einem Blumenstrauß in der Hand, die noch ganz überwältigt von ihrem Triumph in de Kameras winken. Diese Bilder zählen zu den Höhepunkten der Olympischen Spiele. Wenn die Hymne verklungen ist und die Kameras verschwunden sind, machen sich die Sportler auf den Weg ins Deutsche Haus, um ihren Sieg zu feiern.

"Wir begrüßen sie dort auf der Bühne und dann geht es je nach Charakter weiter. Manche möchten den Moment eher still genießen, andere feiern bis tief in die Nacht", berichtet Julia Kuntze-Braun. Die Wuppertalerin ist mit zwei Kollegen für die Organisation und den Betrieb des Deutsches Hauses verantwortlich. Gemeinsam koordinieren sie die Dienstleister vom Reinigungspersonal über die Sicherheitsleute bis zum Catering.

"Die Gäste sollen sich bei uns wohlfühlen", betont Julia Kuntze-Braun. Dazu gehört, Sonderwünsche zu erfüllen. "In Peking brauchte mal jemand neue Socken, weil seine nass geworden waren." Neben den Athleten und ihren Familien, Trainern, Funktionären, Sponsoren und Journalisten fährt auch die politische Prominenz vor. "In London waren Bundespräsident Joachim Gauck und Innenminister Thomas de Maizière zu Besuch."

Die Veranstaltungskauffrau ist eher zufällig zu ihrem olympischen Engagement gekommen. Sie hat ihre Ausbildung bei der Messe Düsseldorf absolviert, die den Deutschen Olympischen Sportbund seit den Spielen in Sydney bei der Planung und den Abläufen im Deutschen Haus unterstützt. "Da ich selbst sportinteressiert bin und früher an Snowboard-Wettkämpfen teilgenommen habe, hat sich für mich eine optimale Verknüpfung aus Arbeit und Interesse ergeben", berichtet die 39-Jährige.

Olympia ist für sie ein Vollzeitjob, der sie das ganze Jahr beschäftigt. "Die Vorbereitungen für Rio haben bereits vor London 2012 begonnen." Am Anfang stehen stets Orientierungsreisen und die Suche nach einer geeigneten Immobilie. "Sie sollte in der Nähe des Olympischen Dorfes sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein und Platz für die Gäste bieten." Die Kriterien erfüllt der Beach Club am Strand von Barra. "Es werden die ersten Sommerspiele mit Strandcharakter sein", sagt Kuntze-Braun.

Die Vorfreude auf Rio mischt sich mit der Anspannung. "Die größte Herausforderung ist sicher der Umgang mit dem täglichen Verkehrschaos. Das macht es schwierig, Shuttlefahrten zu berechnen oder die Anlieferungen so zu takten, dass sie nicht Stunden im Stau stehen. Wir haben viel Arbeit, aber es ist auch ein Erlebnis."

Bisher hat sich immer eine Gelegenheit ergeben, einzelne Wettkämpfe anzusehen. "Ob ich zum Handball, zum Reiten oder zum Tischtennis gehe, spielt keine große Rolle." Ganz besonders faszinieren sie die Leistungen der paralympischen Sportler. "Sie haben mehr Trainingsaufwand, weniger Unterstützung und schaffen es trotzdem."

Quelle: RP
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