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Remscheid
Frischer Honig aus dem eigenen Garten

Remscheid: Frischer Honig aus dem eigenen Garten
Einen Rahmen mit Waben, die die Bienen emsig befüllen, zeigt Hobbyimker Andreas Strobel. Für den produzierten Honig finder er genügend Abnehmer. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Imkern liegt im Trend. Jeder kann es lernen. Gelegentliche Bienenstiche schrecken die Hobby-Imker nicht ab. Von Anna Kaiser

Schon am Fuß der Steintreppe wird der Besucher von einer summenden Biene empfangen. Ganz friedlich schwirrt sie um einen herum und fliegt dann weiter, um auf der andere Straßenseite zu verschwinden. Je näher der Garten kommt, desto lauter wird das Summen. Dort angekommen, sind hunderte von Bienen zu sehen, die durch das Blumenbeet fliegen. Sofort ist klar, dass hier ein Imker wohnen muss.

Imkern hat sich zum neuen Trend entwickelt. "95 Prozent, wenn nicht sogar mehr, sind Hobby-Imker", sagt Andreas Strobel, der selbst nebenberuflich Imker ist. "Ich habe etwas über das Imkern in einer Zeitschrift gelesen und fand es interessant", sagt Strobel. "Lernen kann es jeder, es gibt Kurse über das Imkern, und die notwendige Ausrüstung gibt es im Internet, auch die Bienen", fährt er fort. Ist jemand handwerklich geschickt, könne er die Ausrüstung auch selbst machen, "das geht ganz schnell", sagt Strobel und präsentiert daraufhin sein selbst gebautes Wabenrähmchen. Die Waben sollten regelmäßig erneuert werden, aber die Honigschleuder ist eine einmalige Anschaffung.

Eine Honigbiene in Großaufnahme. FOTO: dpa-Zentralbild

Fast alle Imker und Bienenzuchtvereine bieten auch Imkerkurse an, die aufgrund der zunehmenden Beliebtheit häufig ausgebucht sind. Denn auch die Haltung ist ganz unkompliziert, es muss lediglich die Anzahl der Bienenvölker beim Veterinäramt angemeldet werden.

Mit den Nachbarn gab es bisher keine Probleme, ganz im Gegenteil, viele seien interessiert an der Arbeit, sagt Strobel. "Unsere Nachbarin von gegenüber hat sich über die vielen Bienen in ihrem Garten gewundert und wollte dann mehr über das Imkern erfahren", erzählt er. Das Bienenaufkommen ist natürlich auch im eigenen Garten höher, "aber der Besuch bleibt deshalb nicht aus", meint der Hobby-Imker.

Er hat sich auch gegen Zäune um die Bienenstöcke entschieden, "dafür ist die Bepflanzung höher, so können die Bienen hoch starten und einfliegen, weshalb sie nicht stören", erklärt Strobel. Auch dass er hin und wieder von den Bienen gestochen werde, mache ihm nichts aus. "Bienen sind schlau, ich hatte mal meine Schutzjacke nicht richtig zu, das hat eine bemerkt und direkt ausgenutzt", sagt Strobel. Die Nachfrage nach Honig aus der Region steigt, was auch an dem geringen Preisunterschied zu dem Honig aus Läden liegen könne, vermutet Strobel. "Es ist schon mal vorgekommen, dass die Nachfrage zu groß war und ich nicht genug Honig hatte." Vom Bienensterben in diesem Jahr bleiben die Völker der Hobby-Imker nicht verschont. Durch die Varroamilbe seien rund 30 Prozent seiner Bienen gestorben, beklagt der Hobbyimker. Durch den milden Winter konnte sich die Milbe in der Bienenbrut stark vermehren und war somit für das Absterben zahlreicher Bienen verantwortlich.

Quelle: RP
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