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Remscheid
Frühförderstelle kann aktuell nicht allen Kindern helfen

Remscheid. Seit 40 Jahren gibt es das Angebot der Lebenshilfe. 25 Familien stehen aktuell auf der Warteliste. Von Stefanie Bona

Seit 40 Jahren gibt es die Frühförder- und Beratungsstelle der Remscheider Lebenshilfe. Wo heute die Bedeutung einer frühen Förderung von Kindern mit Behinderung, einer Entwicklungsstörung oder -verzögerung selbstverständlich ist, begab man sich damals auf neues Terrain. Zuvor gab es weder das Bewusstsein noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine solche Einrichtung. Heute ist die vom Verein Lebenshilfe Remscheid getragene Beratungsstelle etabliert und in der Stadt durch ihre interdisziplinäre Arbeitsweise gut vernetzt.

Maria Schmidt* ( *Name geändert) ist für die Hilfe durch die pädagogischen Fachkräfte sehr dankbar. Seit zwei Jahren wird ihre Tochter Sarah durch Heilpädagogin Melanie Seyfried betreut, zunächst in Einzelförderung und heute in der Gruppe für die Vorschulkinder. "Es gibt Möglichkeiten der Unterstützung, die ich als Mutter nicht habe", sagt die Remscheiderin. Im Kindergarten war aufgefallen, dass Sarah sich nicht so frei wie andere Kinder äußert. Alles ging ein bisschen langsamer, gegenüber den Erziehern öffnete sich das Mädchen kaum. "Sie lebte in ihrer eigenen Welt", erzählt ihre Mutter, die durch die gezielte Förderung deutliche Fortschritte in Sarahs Entwicklung verzeichnet. "Sie ist viel selbstbewusster geworden", berichtet auch Melanie Seyfried. "Nicht für jede Auffälligkeit gibt es eine Diagnose. Wir können auch nicht jede Störung beheben, aber dafür sorgen, dass das jeweilige Kind gut integriert ist", erklärt Beratungsstellenleiterin Petra Klawonn. Was der Vereinsvorsitzenden Karin Lenhard-Moyzyczyk und Lebenshilfe-Geschäftsführer Klaus Schneider indes Sorgen macht, ist die finanzielle Ausstattung der Frühförderstelle. Zwischen 50 und 60 Kinder werden parallel gefördert, das sind mehr, als durch die drei Vollzeitstellen abgedeckt werden können. 25 Familien stehen auf der Warteliste. "In Remscheid können nicht alle Kinder mit einer Entwicklungsstörung oder Behinderung diese frühen Hilfen erfahren", bringt Schneider die Sache auf den Punkt.

Kostenträger ist die Stadt. Man sei im intensiven Gespräch, gleichwohl gebe es derzeit keine Signale, wie man eine solide Finanzierung hinbekommen könne. Das Thema Inklusion bringe zusätzlichen Beratungsbedarf. "Und weil viele Kinder unter drei Jahren die KiTas besuchen, werden Auffälligkeiten durch die Erzieher viel früher wahrgenommen", nennt Petra Klawonn einen weiteren Grund für mehr Anfragen. Dankbar sind Vereinsvorstand, Geschäftsführung und Pädagogen für die Unterstützung durch die Louise-Hardt-Stiftung und die Sozialpartnerschaft mit dem Remscheider Handwerk. Therapiematerial könne aus dem laufenden Budget nämlich nicht angeschafft werden. Statt eine Jubiläumsfeier auszurichten, hat die Frühförder- und Beratungsstelle einen Kalender mit Tipps für Eltern zum Spielen, Backen und Basteln mit ihren Kindern herausgegeben, der über die Beratungsstelle, Palmstraße 10, Telefon 0219141057 gegen eine Spende bezogen werden kann..

Quelle: RP
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